Allianz Private Kranken verliert Vollversicherte

Nur Zusatzdeckung boomt beim drittgrößten Anbieter

Von Herbert Fromme, Köln Die Allianz Private Krankenversicherung verliert weiter Kunden in ihrem wichtigsten Geschäftssegment, der Krankheits-Vollversicherung. Ende Juni 2004 zählte das Unternehmen 780 019 Vollversicherte, ein Prozent weniger als zu Beginn des Jahres. Das Management der Gesellschaft um Vorstandschef Ulrich Rumm konnte den seit Jahren anhaltenden Abwärtstrend erneut nicht stoppen. Ende 1999 hatte die Gesellschaft, damals noch unter dem Namen Vereinte Kranken, 809 114 vollversicherte Kunden. Während die Allianz in diesen vier Jahren 3,6 Prozent ihrer vollversicherten Kunden verlor, legte der Markt im selben Zeitraum um 9,3 Prozent auf 8,11 Millionen zu.

Von einer Vertriebsschwäche will die Allianz aber nichts wissen. Eine Sprecherin begründete den erneuten Rückgang mit der Unsicherheit über die gesundheitspolitischen Reformen. Außerdem sei die Allianz Private Kranken älter als andere Versicherer und habe deshalb mehr Kunden, die durch Tod ausschieden. „Wir müssen mehr neue Verträge verkaufen als andere, um unseren Bestand zu halten“, sagte sie.

Das Unternehmen verkauft Vollversicherungen über den eigenen Außendienst mit 1000 Vertretern. Die 13 000 Vertreter von Allianz Leben und Allianz Sach vertreiben für ihren Krankenversicherer vor allem Zusatzpolicen mit niedrigem Prämienumfang – etwa für Auslandsreisen oder Krankenhaus-Einzelzimmer. Hier stieg die Zahl der Kunden im ersten Halbjahr auf 1,59 Millionen, ein Plus von sechs Prozent.

Quelle: Financial Times Deutschland


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