ING gibt Teil der Rückversicherung in den USA ab

Käufer Scottish Re bekommt noch 450 Mio. Euro dazu

Von Ilse Schlingensiepen, Köln Der niederländische Finanzkonzern ING steigt aus der Lebens-Rückversicherung in den USA aus. ING übergibt das Geschäft bis Ende diesen Jahres an die auf den Bermudas beheimatete Scottish Re, die es abwickelt. Der Rückversicherer zahlt keinen Kaufpreis. Im Gegenteil: Der Deal kostet die niederländische Gesellschaft 450 Mio. Euro, die sie an Scottish Re zahlt. Das ist ihr die Rückbesinnung auf das lukrative Kerngeschäft aber offensichtlich wert.

Bei der Abwicklung von Versicherungsgeschäft werden keine neuen Verträge mehr verkauft, sondern nur noch alle Forderungen aus dem Bestand reguliert. Da das Portefeuille, das ING abgeben will, offenbar nicht ausreichend reserviert ist, um alle Verpflichtungen begleichen zu können, zahlt die Gesellschaft an Scottish Re. ING hatte die Investment Bank Lehmann Brothers im Juni damit beauftragt, einen Abnehmer für das Lebens-Rückversicherungsgeschäft zu finden.

Die Abgabe an Scottish Re belastet ING nach eigenen Angaben insgesamt mit einem Verlust von 500 Mio. Euro nach Steuern. „Die Transaktion passt in die ING-Strategie, das Portefeuille aktiv zu managen, sodass Kapital in die Geschäftsfelder fließt, mit denen man die besten Gewinne erzielen kann“, sagte ING-Vorstand Fred Hubbell. Mit dem Schritt reduzierten sich die Eigenkapitalanforderungen im US-Versicherungsgeschäft um 700 Mio. Euro.

Quelle: Financial Times Deutschland


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