Rückversicherer managen Kapitalanlagen für Kunden

Gen Re erbringt Dienstleistung für Protektor und andere

Von Herbert Fromme Protektor, die Auffanggesellschaft der deutschen Assekuranz für Not leidende Lebensversicherer, lässt ihre Kapitalanlagen seit Ende 2003 in Köln verwalten.

Die GeneralCologne Re Capital (GRC) gewann den Auftrag gegen heftige Konkurrenz. Die Tochter des amerikanischen Rückversicherungskonzerns Gen Re konnte die nötige Erfahrung vorweisen: Das Unternehmen ist darauf spezialisiert, Kapitalanlagen von kleinen und mittleren Versicherern zu verwalten.

„Versicherer haben andere Ansprüche an ein Asset Management als andere Unternehmen“, sagte Managerin Andrea Simokat. „Dem Versicherer geht es um langfristige bilanzielle Ziele.“ Kapitalanlagen eines Versicherers könne man nicht mit dem Ziel eines relativen Returns gegenüber einer Benchmark verwalten, sagt ihr Kollege Gerd Weidenfeld.

Für kleine Versicherer wird es zunehmend komplizierter, die Kapitalanlagen so zu verwalten, dass sie konkurrenzfähig bleiben und die Anforderungen der Aufsicht erfüllen. „Aufbauend auf einer Asset-Liability- Management-Analyse planen wir mit dem Kunden die Kapitalanlage, setzen sie um und übernehmen alle Verwaltungstätigkeiten einschließlich der aufsichtsrechtlichen Anforderungen“, sagte Simokat. Gen Re betrachtet die Kapitalanlage deshalb als Serviceangebot für seine Kunden – auch wenn der Konzern damit natürlich Geld verdienen will. „Zu unseren wichtigen Konkurrenten gehören Ampega von der Talanx und die Münchener-Rück-Tochter Meag.“

GRC verwaltet zurzeit Mittel in Höhe von 17,3 Mrd. Euro, davon sind 11,2 Mrd. Euro Gelder von Drittkunden, der Rest Anlagen der Gen Re. „Unsere Zielkunden sind ausschließlich Erst- und Rückversicherer, Pensionskassen und Versorgungswerke“, sagte Weidenfeld. Neben Protektor gehören die Vereinigte Postversicherung, ein Versicherer in Dublin und ein ungenannter deutscher Versicherer zu den Kunden, die ihre Kapitalanlagen ausgelagert haben. Daneben verwalten die 58 Mitarbeiter Teile der Kapitalanlagen für neun weitere Kunden.

Quelle: Financial Times Deutschland


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