Assekuranz stellt Industrie sinkende Preise in Aussicht

Unternehmen kritisieren Versichererpolitik

Von Herbert Fromme und Joel Mertens, Köln Die Industrie kann sich nach Ansicht wichtiger Versicherungsmanager in den nächsten Jahren auf sinkende Preise für die Versicherung von Maschinen und Gebäuden einrichten. „Auf der Prämienseite wurde der Zenith in 2004 erreicht“, sagte Michael Pickel, Vorstandsmitglied der Hannover Rück, bei einer Fachtagung in Köln. Wenn Unternehmen den Brandschutz verbesserten, gebe es auch Prämiensenkungen.

Auch Wolfgang Breuer, Vorstandsvorsitzender der Gerling-Konzern Allgemeine, sieht eine Seitwärtsbewegung der Preise mit leichtem Trend nach unten. Axel Theis, Chef der Allianz Global Risks, betonte die Entschlossenheit des Unternehmens, nur auskömmliches Geschäft zu zeichnen. Auch er bestätigte aber, dass es einzelne Absenkungen gibt.

Deutliche Kritik kam von der Käuferseite. Lufthansa-Versicherungschef Ralf Oelßner sagte, die Kunden würden immer wieder unter Hinweis auf die schlechten Zahlen zur Finanzierung von Abenteuern der Versicherungswirtschaft herangezogen. So gebe es neben dem Preiskrieg in der Autoversicherung einen „blutigen Wettbewerb“ im Haftpflichtgeschäft für den Mittelstand.

Zur Anklage gegen den Makler Marsh sagte Oelßner, sie sei keinen Tag zu früh gekommen. Auch in Deutschland hätten die Makler angeklopft und auf ähnliche Sonderzahlungen wie in den USA gedrungen.

Dankwart von Schultzendorff, Deutschland-Chef der Maklerfirma Aon, distanzierte sich von Scheinangeboten, die Marsh vorgeworfen werden. Sie seien „kriminell und nicht akzeptabel“. Sonderprovisionen dagegen habe auch Aon in der Vergangenheit bezogen, sie seien in Deutschland aber unüblich.

Quelle: Financial Times Deutschland


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