Marsh-Kunden suchen nach Alternativen

Versicherungseinkäufer stehen erheblich unter Druck

Von Ellen Kelleher, New York, Andrea Felsted, London und Herbert Fromme, Köln Versicherungseinkäufer in US-Unternehmen kommen unter erheblichen internen Druck, keine Geschäfte mehr mit dem umstrittenen Makler Marsh zu machen. Marsh wird vom New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer vorgeworfen, Sonderprovisionen gefordert und Angebote gefälscht zu haben.

„Finanzchefs und Vorstände fragen die Versicherungseinkäufer, was sie eigentlich gemacht haben“, sagte Versicherungsexperte Andrew Barile. „Wieso musste erst der Generalstaatsanwalt den Vorfall aufdecken? Er ist doch am weitesten von der Sache weg.“ Makler, die bisher keinen Ärger mit Spitzer haben, werden mit Anfragen überschwemmt. Versicherungseinkäufer zögern mit Abschlüssen, ehe nicht garantiert ist, dass sie nicht betroffen sind.

Die britische Association of Insurance and Risk Managers erklärte, sie habe seit sechs Jahren Probleme mit volumenorientierten Sonderprovisionen. Man sei über das jetzt enthüllte Ausmaß schockiert, sagte der Vorsitzende Andrew Cornish.

Der Deutsche Versicherungsschutzverband, der Versicherungseinkäufer aus Industrie und Gewerbe vertritt, fürchtet, dass Versicherer bei dem Betrug mitgemacht haben. Das Image des Marktes werde beschädigt, sagte der Vorsitzende Ralf Oelßner: „Das Misstrauen gegenüber Maklern wird wachsen.“ Mögliche Gewinner seien kleinere Häuser und industrieeigene Maklerfirmen.

Quelle: Financial Times Deutschland


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