Gerling verweigert Betriebsrentnern fällige Erhöhung

Versicherungskonzern nennt wirtschaftliche Lage als Grund

Von Herbert Fromme, Köln Der Versicherungskonzern Gerling passt die laufenden arbeitgeberfinanzierten Betriebsrenten für die nächsten drei Jahre nicht an. Als Grund nannte das Unternehmen in einem Brief an die Rentner die wirtschaftliche Situation der Muttergesellschaft Gerling-Konzern Beteiligungsgesellschaft (GKB). Im Januar hatte Gerling mit der Kürzung der künftigen Ansprüche von jetzt Beschäftigten für Schlagzeilen gesorgt.

Nach dem Betriebsrentengesetz muss ein Arbeitgeber alle drei Jahre die Rentenhöhe überprüfen und an die Inflation oder die Entwicklung der Nettolöhne seiner Branche anpassen. Dabei muss die wirtschaftliche Lage des Betriebs berücksichtigt werden. Gerling hat rund 3500 Betriebsrentner.

Die Lage der GKB habe sich zwar stabilisiert, schreibt Gerling-Konzernvorstand Wolfgang Breuer im Namen der Gerling Versorgungskasse. „Ungeachtet dessen lag die Eigenkapitalrendite der GKB im Zeitraum 2001 bis 2003 unterhalb von 6,5 Prozent.“ Für die GKB sei auch mittelfristig schon wegen der erforderlichen Auffüllung des Eigenkapitals keine wesentlich bessere Verzinsung zu erwarten. „Eine Rentenanpassung würde die Wettbewerbsfähigkeit von Gerling zusätzlich beeinträchtigen“, schreibt Breuer weiter. Arbeitsplätze könnten gefährdet werden.

Ein Unternehmenssprecher erklärte, aus dem Ausfall der Rentenanpassung dürften keine Schlüsse auf die Lage der operativen Tochtergesellschaften gezogen werden. „Es geht um die Perspektive der Obergesellschaft“, sagte er. Die Töchter stünden deutlich besser da.

Quelle: Financial Times Deutschland


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