Lebensversicherer punkten im Schlussverkauf

Branche verkauft 200437 Prozent mehr neue Policen

Von Herbert Fromme, Köln Die Abschaffung des Steuerprivilegs in der Lebensversicherung 2005 hat der Assekuranz im vergangenen Jahr den erwarteten Boom gebracht. Die Zahl der abgesetzten Verträge stieg um 36,7 Prozent auf 11,79 Millionen. Die Beitragssumme des Neugeschäfts über die gesamte Laufzeit – auf deren Grundlage unter anderem Provisionen und Abschlusskostensätze berechnet werden – lag 2004 mit 245,5 Mrd. Euro um 51,1 Prozent über der des Vorjahres.

Die Beitragseinnahmen stiegen 2004 dagegen nur um moderate 1,1 Prozent auf 68,2 Mrd. Euro. Dafür seien hohe Abgänge und weniger Geschäft mit Einmalbeiträgen verantwortlich, hieß es beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

In der Tat musste die Versicherungswirtschaft neben vielen Abläufen auch eine hohe Zahl von Vertragskündigungen hinnehmen. Das ergibt sich aus den Zahlen. Ende 2004 waren 93,8 Millionen Verträge in Kraft, ein Anstieg um nur rund zwei Millionen Stück – trotz der zwölf Millionen neu abgesetzten Policen.

Die Daten sind Schätzungen des GDV, die auf Meldungen von rund 60 Prozent des Marktes beruhen. Pensionskassen und -fonds sind nicht enthalten.

Im Neugeschäft florierten besonders die fondsgebundenen Verträge. Hier betrug die Steigerung 117,2 Prozent auf 2,43 Millionen Stück. Viele Versicherer haben fondsgebundene Policen forciert verkauft: Dabei trägt der Kunde das Kapitalmarktrisiko vollständig oder zum größten Teil, und das Unternehmen braucht für einen fondsgebundenen Vertrag sehr viel weniger Eigenkapital.

Bei den Kapitallebensversicherungen meldet der GDV einen Zuwachs um 65,2 Prozent auf 2,63 Millionen Verträge. Für die Einzelrenten- und Pensionsversicherungen, die aber in der Regel ein Wahlrecht auf Kapitalleistung haben, wurde ein Wachstum von 58,2 Prozent auf 2,95 Millionen Verträge gemessen.

Quelle: Financial Times Deutschland


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