Swiss Re verbrieft zum ersten Mal Massenrisiken

Konzernchef Coomber hofft auf geringere Volatilität

Von Herbert Fromme, Köln Die Swiss Re hat zum ersten Mal einen Lebensversicherungsbestand im Kapitalmarkt verbrieft. Vorstandschef John Coomber will über die Beteiligung von Anlegern an Massenrisiken die Volatilität der Ergebnisse seines Unternehmens reduzieren und damit die Aktie attraktiver machen. Das Papier reagierte am Freitag mit einem Anstieg von 0,6 Prozent auf 82,5 Franken.

„Im Laufe der Zeit können wir so die Stabilität unseres Bestandes verbessern“, sagte Coomber der FTD. Mit einer Transaktion sei es dabei noch nicht getan. „Wir können wegen der strikten Aufsichtsregeln nichts über die Zukunft sagen. Aber wir betrachten das als ausbaufähig. Das Geschäft, das wir verbrieft haben, ist nicht besonders, wir haben sehr viel mehr Geschäft mit ähnlichen Eigenschaften.“

Schon bisher haben Rückversicherer Geschäft verbrieft, allerdings fast ausschließlich Großrisiken im Katastrophenbereich. Coomber will Massenrisiken handelbar machen.

Die Swiss Re hat die Erträge aus fünf Blöcken von US-Lebensversicherungsbeständen an Anleger verkauft. Diese Bestände hatte das Unternehmen von anderen Versicherern zur Abwicklung übernommen. Die Blöcke standen bei der Swiss Re mit 152 Mio. $ in der Bilanz. „Jetzt haben Investoren dafür 210 Mio. $ gezahlt, wir haben also einen Gewinn gemacht“, sagte Coomber.

Ein dafür speziell gegründeter Rückversicherer auf Bermuda übernahm die Risiken. Er gab drei Tranchen über insgesamt 245 Mio. $ an Investoren aus: 175 Mio. $ mit dem kleinsten Risiko und einem Rating von A+, 45 Mio.$ mit einem größeren Risiko und BBB sowie 25 Mio. $ mit dem höchsten Risiko und BB. Der durchschnittliche Coupon beträgt 6,96 Prozent. Von den 245 Mio. $ bleiben 30 Mio. als Sicherheit in dem neuen Rückversicherer, die Kosten betrugen 5 Mio. $. Die restlichen 210 Mio. gingen an die Swiss Re.

Quelle: Financial Times Deutschland


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