Allianz Sach stoppt Verlust von Autoverträgen

Marktführer erwartet hohen technischen Gewinn für 2004

Von Herbert Fromme, Köln Die Allianz hat den jahrelangen Verlust von Marktanteilen in der Autoversicherung mit der Preissenkung vom September 2004 zum Stillstand gebracht, blieb aber insgesamt wachstumsschwach. Die Allianz Sachgruppe – das sind die Schaden- und Unfallversicherer in Deutschland – gewann seit dem Start des neuen Tarifs 40 000 Kunden mehr, als sie verlor. In den ersten acht Monaten hatte das Unternehmen nach Branchenschätzungen aber knapp 100 000 Kunden netto verloren, so dass die Jahresbilanz des Marktführers auch 2004 negativ ist. Er versichert jetzt knapp 8,8 Millionen Fahrzeuge. Mit dem neuen Tarif hatte die Allianz einen branchenweiten Preiskampf besonders für umworbene Zielgruppen wie den öffentlichen Dienst angestoßen.

Die Prämieneinnahmen der Sachgruppe stiegen um nur 0,5 Prozent auf 10,2 Mrd. Euro. Das Wachstum blieb damit hinter dem des Marktes mit zwei Prozent und den eigenen Erwartungen von einem Prozent zurück.

Geringere Schadenbelastungen sowie Kostenreduzierungen sorgten dafür, dass die Preissenkungen in der Autoversicherung nicht zu einer Verschlechterung des technischen Ergebnisses führten – im Gegenteil. Unter technischem Ergebnis verstehen die Versicherer Gewinn oder Verlust nach Abzug von Schäden und Kosten von den Beitragseinnahmen, also ohne Kapitalerträge. Die Sachgruppe hatte 2003 nur 102 Mio. Euro technischen Gewinn erzielt, 2004 dürften es mehr als 350 Mio. Eurogewesen sein.

Quelle: Financial Times Deutschland


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