AMB Generali erklärt die Krise für beendet

Der Versicherungskonzern AMB Generali rechnet nach einem starken Gewinnsprung im Jahr 2004 mit weiteren Steigerungen. Vorstandschef Walter Thießen konnte gestern für 2004 einen Gewinn von 218 Mio. Euro melden, verglichen mit knappen 7 Mio. Euro für 2003. Damals hatte der Konzern hohe Steuerlasten zu bewältigen und litt noch unter den Folgen der Aktienkrise. 2005 peilt Thießen eine weitere Gewinnsteigerung auf mindestens 300 Mio. Euro an. 2006 sollen es 320 Mio. Euro werden – jeweils nach Steuern und vor Goodwill-Abschreibungen.
Auch die Dividende soll im laufenden Jahr noch einmal steigen. Für 2004 erhöhte der Konzern die Ausschüttung auf 1,75 Euro pro Aktie, nachdem sie drei Jahre lang bei 1,35 Euro stagnierte. Die Börse zeigte sich unbeeindruckt. Die AMB-Aktie verlor gestern 0,38 Prozent auf 65,74 Euro. Allerdings war das Papier zuletzt kräftig nach oben geklettert, im Oktober stand der Kurs bei 54,26 Euro.
„Wir haben die Krise ohne eine Kapitalerhöhung überwunden“, sagte Thießen. Das stärkt seine Position im Generali-Konzern, dem die AMB Generali zu 70,9 Prozent gehört. Die AMB arbeitet mit den Marken Aachen-Münchener, Volksfürsorge, Generali Versicherungen, Badenia, Cosmos, Central und Advocard. Im Vertrieb besteht eine enge Kooperation mit der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG), an der die AMB mit 49 Prozent beteiligt ist. Am Vertriebspartner Commerzbank hält die Gruppe 9,1 Prozent.
„Wir sind stark durch die Vielfalt der Marken und Vertriebswege“, sagte Thießen. In der Lebensversicherung, die 2004 wie der Rest des Marktes mit einem Rekordabsatz glänzen konnte, stammten 42 Prozent des Neugeschäfts von den DVAG-Truppen, 30 Prozent von eigenen Vertretern und zwölfProzent von Maklern. Die Bank trug vierProzent bei, der Direktabsatz sogar zehnProzent. „Cosmos hat gute Verkaufserfolge mit Riester-Verträgen über das Internet“, sagte Thießen. Bei Riester ist die AMB-Gruppe Marktführer.
Insgesamt stieg das Neugeschäft um 42 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro laufende Beiträge. Thießen erwartet weiter starke Steigerungsraten als Folge des Alterseinkünftegesetzes.
Einen Beitragsrückgang um 3,3 Prozent auf 3 Mrd. Euro musste der Konzern in der Schaden- und Unfallversicherung hinnehmen. Das sei das Ergebnis aus der verstärken Risikoauslese in der Autoversicherung sowie dem Ausstieg aus dem Industrie- und dem aktiven Rückversicherungsgeschäft, sagte Thießen.
Die Holding will den Konzern weiter auf Sparsamkeit und Gewinnorientierung trimmen. Im Innendienst sind bereits 1300 Vollzeitstellen abgebaut worden, weitere 700 sollen bis Ende 2007 folgen. „Wir optimieren alle Prozesse“, sagte er. Wachstumschancen durch Zukäufe sieht Thießen im Moment nicht. „Ich würde ja gerne, aber es gibt nichts Passendes.“

Quelle: Financial Times Deutschland


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