Neuer Schiffsversicherer verschärft die Konkurrenz

Das Hamburger Beratungsunternehmen Zeller Associates hat einen neuen Schiffsversicherungspool für Haftpflicht organisiert, der vor allem auf deutsche Reeder zielt und zu einer merklichen Verschärfung der Konkurrenz in diesem Feld führt.
Die neu gegründete Hanseatic P&I wird vor allem von britischen Schiffshaftpflichtversicherern auf Gegenseitigkeit, den P&I-Clubs, als Konkurrent gesehen. P&I steht für Protection and Indemnity. Diese Versicherungsart schützt Reeder gegen Ansprüche von Dritten, zum Beispiel wenn ein Schiff ein anderes Schiff oder eine Kaimauer rammt. Daneben haben die Reeder Kaskoversicherungen für Schäden am eigenen Schiff , die bietet Hanseatic P&I nicht an.
Zeller-Chef Harald Zeller sieht Hanseatic nicht primär in Opposition zu den P&I-Clubs. „Wir zielen auch auf viele kleine Schiffe, die bisher gar keine spezifische P&I-Deckung hatten“, sagte er.
Der Pool bietet 500 Mio. Euro Kapazität. Führender Versicherer ist der italienische Transportspezialist Siat, beteiligt ist die Gothaer. Gestützt wird der Pool von der Münchener Rück. Dieter Berg, Chef der Transportversicherung bei der Münchener Rück, bestätigte, dass Rückdeckung zur Verfügung gestellt wurde. „Das unterstreicht unser starkes Engagement im deutschen und internationalen P&I-Geschäft“, sagte er.
Wegen der jahrzehntelangen steuerlichen Förderung von Investitionen in Schiffen kontrollieren deutsche Reeder knapp ein Drittel der weltweiten Containerflotte. Die Frachter werden von den deutschen Reedern an operative Schifffahrtsfirmen in aller Welt vermietet.
Bis 2003 hatten die Reeder für mehr als 300 Schiffe Haftpflichtdeckungen bei dem Hamburger Versicherer Antra abgeschlossen. Antra verspekulierte sich in anderen Sparten und wurde insolvent.
Auf die Kundenbasis der Antra zielt Hanseatic – und beschäftigt drei frühere Antra-Mitarbeiter. „Wir wollen eine ähnliche Kundenzahl erreichen, aber das dauert natürlich einige Zeit“, sagte Bert Wardetzki, Manager bei Zeller Associates. „Wir werden nicht über den Preis angreifen“, sagte er. Hauptargument im Verkauf sei die Nähe zu den Reedern und die Tatsache, dass die Schadenabwicklung auf Deutsch erfolge.

Quelle: Financial Times Deutschland


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