Neuer Verdacht auf Bilanzkosmetik drückt AIG-AktieVersicherer soll Scheindeals mit Töchtern getätigt haben

Die Aktie des weltgrößten Versicherungskonzerns American International Group (AIG) ist gestern erneut unter Druck geraten. Bis zum Abend verlor das Papier rund drei Prozent, nachdem dasWirtschaftsmagazin „Barron’s“ Einzelheiten über neue Untersuchungen von US-Behörden veröffentlicht hatte.
Demnach soll AIGschlecht laufendes Versicherungsgeschäftbei den Rückversicherern Richmond Insurance in Bermuda und Union Excess auf Barbados abgeladen haben. Die beiden Gesellschaften würden aber möglicherweise insgeheim von AIG kontrolliert, schreibt das Magazin weiter. Auf diese Weise habe AIG seine Bilanz geschönt – und mehr Versicherungsrisiken übernommen, alsseine Eigenkapitalausstattung erlaubt hätte. An der Richmond Insurance soll auch die Münchener Rück beteiligt sein, berichtet „Barron’s“.
AIG wurde bereits wegen anderer zweifelhafter Deals – unter anderem mit dem Rückversicherer Gen Re – heftig von der Börsenaufsicht SEC und New Yorks Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer angegriffen. Der langjährige AIG-Chef Maurice Greenberg trat bereits zurück. AIG hat inzwischen die Veröffentlichung seiner Jahresergebnisse verschoben. US-Beobachter halten hohe Sonderabschreibungen für möglich. Das könnte auch die 1,2 Mrd. $ betreffen, mit denen AIG Forderungen gegen die sehr dünn kapitalisierten Richmond und Union Excess gebucht hatte.

Quelle: Financial Times Deutschland


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