Signal Iduna will Versicherer oder Bank zukaufen

Die Versicherungsgruppe Signal Iduna will zukaufen. „Wir prüfen aktuell eine Übernahme im Versicherungsbereich in Deutschland“, sagte Vorstandschef Reinhold Schulte gestern vor Journalisten in Hamburg. Auch am Kauf einer Bank habe er Interesse.
Im vergangenen Jahr war der geplante Zusammenschluss mit dem Münchener Verein geplatzt. Die 1999 vollzogene Fusion zwischen Signal und Iduna Nova sei dagegen ein Erfolg gewesen, sagte Schulte. Die Gruppe wird von einem Gegenseitigkeitsverein geführt und hat den Schwerpunkt bei Handwerk und Mittelstand. Sie gehört zu den zehn größten Versicherern in Deutschland, in der Krankenversicherung ist sie die Nummer vier. Zur Gruppe gehören die Signal Iduna Bauspar, die Fondsgesellschaft Hansainvest und die Conrad Hinrich Donner Bank.
Als Ergänzung wäre besonders ein Versicherer mit starker Präsenz in der Schaden- und Unfallversicherung attraktiv, sagte Schulte. „Eine Gesellschaft mit gutem Autobestand sowie gewerblichem und privaten Sachgeschäft würde zu uns passen.“ Weitere Einzelheiten nannte Schulte nicht. Er wollte weder zu Spekulationen Stellung nehmen, die Gruppe habe ein Interesse an der HypoVereinsbank-Tochter Westfalenbank, noch zu Marktgerüchten über eine Fusion mit der LVM-Versicherungsgruppe.
Schulte erwartet für das laufende Jahr ein Wachstum der Beitragseinnahmen um 3,2 Prozent. Das würde deutlich über den für den Gesamtmarkt erwarteten 1,5 bis 2 Prozent liegen, sagte er. Im Jahr 2004 verbuchte die Gruppe ein Plus von 5,3 Prozent auf 4,6 Mrd. Euro Prämieneinnahmen. Am stärksten legte die Krankenversicherung mit 7,2 Prozent auf 2, Mrd. Euro zu. In der Lebensversicherung gab es ein Plus von 3,5 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro, die Schaden-Unfallversicherung wuchs um 4,5 Prozent auf 1,0 Mrd. Euro.
Trotz der neuen steuerlichen Rahmenbedingungen erwartet Schulte in der Lebensversicherung für 2005 keinen starken Einbruch. „Der Bedarf ist nach wie vor da“, sagte er. Außerdem könne die Branche im Vergleich zu anderen Altersvorsorgeformen attraktivere Konditionen bieten.

Quelle: Financial Times Deutschland


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