Auch Inter Leben fällt beim Stresstest durch

Insgesamt drei Lebensversicherer haben den Stresstest der Finanzaufsicht BaFin nicht bestanden. Das sagte Thomas Steffen, Chef der Versicherungsaufsicht bei der Behörde, gestern in Bonn. Im vergangenen Jahr waren es noch zwölf Gesellschaften.
Steffen weigerte sich, die Namen der betroffenen Gesellschaften zu nennen. Bekannt waren schon die Axa Leben und die Gothaer Leben. Nach Informationen der FTD aus Versicherungskreisen ist die dritte Betroffene die Inter Leben in Mannheim. Die Inter wollte nicht Stellung nehmen.
Stresstests dienen der Finanzaufsicht als Frühwarnsystem. Die Lebensversicherer sollen auch bei extremen Veränderungen im Kapitalmarkt ihre Verpflichtungen jederzeit erfüllen können. Die Inter hat bei zwei von drei Kapitalmarktszenarien der BaFin den Test nicht bestanden, die Gothaer bei allen drei, die Axa bei einem.
BaFin-Präsident Jochen Sanio sagte, die Versicherer hätten mit niedrigen Zinsen und steigender Lebenserwartung zu kämpfen. „Die Unternehmen müssen deshalb bei der Zuweisung von Überschüssen vorsichtig sein.“ Der gegenwärtige Höchstrechnungszins von 2,75 Prozent – der Zins, den Lebensversicherer höchstens garantieren dürfen – sei zu hoch.
Einige Versicherer versuchten, die Garantien einzuschränken, sagte Sanio. Anpassungsklauseln seien aber nur zulässig, wenn sie für den Kunden klar erkennbar seien. „Wo Garantie drauf steht, muss auch Garantie drin sein.“

Quelle: Financial Times Deutschland


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