Signal Iduna lauert auf Übernahmen

Nach einem erfolgreichen vergangenen Jahr fühlt sich der Versicherer Signal Iduna stark genug für kräftiges Wachstum – auch durch neue Geschäftsfelder und Übernahmen. Im Inland hält Vorstandschef Reinhold Schulte Ausschau nach einem geeigneten Fusionskandidaten, nachdem das schon weit fortgeschrittene Zusammengehen mit dem Münchener Verein 2004 geplatzt war. „Wenn sich so etwas ergibt, sind wir offen“, sagte Schulte gestern.
Expandieren will Schulte auch im Bank- und Fondsgeschäft. Dazu sollen die Versicherungsvertreter vermehrt Fonds und Konten verkaufen, aber keine Kredite. Die konzerneigene Conrad Hinrich Donner Bank hat sich mit einem neuen Internetzugang für Kunden außerhalb der Region Hamburg geöffnet, wo ihre Filialen liegen. Zukäufen bei den Banken erteilte Schulte eine Absage. An der HVB-Tochter Westfalenbank sei er nicht interessiert. „Das ist kein Thema.“ Anders sei es bei der damaligen Vereins- und Westbank gewesen, die inzwischen in die HVB eingegliedert wurde.
Neue Geschäftsfelder sucht die Signal Iduna im Ausland. Das Unternehmen ist in Ungarn und Polen tätig, bisher mit Schaden/Unfall- sowie Lebensgesellschaften. „Wir sprechen mit der Regierung und Unternehmen in Polen über die Krankenversicherung“, sagte Schulte. Denkbar sei der Verkauf von Zusatzversicherungen, aber auch von Krankheitsvollversicherung für bestimmte Personengruppen. 2004 erzielte der Konzern, der von zwei Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit kontrolliert wird, Prämieneinnahmen von 4,56 Mrd. Euro nach 4,36 Mrd. EuroEuro im Vorjahr. Der Konzerngewinn nach Steuern betrug 39,9 Mio. Euro. Im Vorjahr hatte die Gruppe wegen steuerlicher Sonderfaktoren einen Verlust von 4,3 Mio. Euro eingefahren. Vor Steuern steigerte sie den Gewinn von 76,5 Mio. auf 98,9 Mio. Euro.
In der Krankenversicherung, der wichtigsten Sparte, wuchsen die Prämieneinnahmen der Signal Iduna um 7,2 Prozent auf 1,96 Mrd. Euro. Davon stammt die Hälfte aus Preiserhöhungen zum Jahresanfang. So hielt die Versicherung ihren Marktanteil von rund 7,5 Prozent und damit den vierten Platz unter den privaten Krankenversicherern. Bei den Vollversicherten wuchs sie allerdings nur um 1,1 Prozent auf 507 000.
Für die Gruppe erwartet Schulte 2005 ein Prämienplus von 2,4 Prozent. Das läge über den Markterwartungen von ein bis zwei Prozent.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv