Allianz heizt Preiskrieg an

Die Allianz-Versicherung verschärft den Preiskrieg in der Autoversicherung: Ab Herbst bietet der Marktführer mit rund 8,8 Millionen versicherten Fahrzeugen günstigere Policen im Internet an. Gleichzeitig führt der Konzern für den Vertrieb über Vertreter und andere Kanäle einen zweiten, billigeren Autotarif ein.
Mit der Ankündigung des Internet-Angebots vollzieht die Allianz zum zweiten Mal eine Kehrtwende. Ende 2000 hatte Reiner Hagemann, Chef der Allianz Versicherung, die baldige Einführung des Online-Abschlusses für die Autoversicherung angekündigt. Nach heftigen Protesten der machtvollen Vertreterorganisation bei Deutschlands größtem Versicherer verschwanden diese Pläne stillschweigend in der Schublade. „Der Markt hat sich anders entwickelt. Wir haben aggressive Konkurrenz, auch im Internet“, sagte ein Unternehmenssprecher gestern. Zu Preisen und Bedingungen der Online-Police wollte er nichts sagen.
Nach jahrelangen hohen Verlusten in Folge eines 1997 von Gothaer und Allianz gestarteten Preiskriegs haben die Versicherer im Autogeschäft seit zwei Jahren ordentliche Gewinne eingefahren. Dabei musste die Allianz weitere Marktanteilsverluste hinnehmen. Die HUK-Coburg wächst dagegen seit Jahren kräftig.
Im September 2004 eröffnete die Allianz deshalb eine neue Preisrunde durch einen günstigeren Tarif, der vor allem auf Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes und damit die Kernkundengruppe der HUK-Coburg zielte. Außerdem setzt sie aggressiv ihre Tochter Vereinte Spezial mit Sonderpreisen für Belegschaften und Beamte ein. Mit beiden Schritten konnte die Allianz die Zahl der versicherten Fahrzeuge fast stabil halten.
Das neue Internet-Angebot zielt direkt auf den zweitgrößten Anbieter HUK-Coburg, der 7,2 Mio. Fahrzeuge versichert hat. Mit seiner Onlinetochter HUK 24 ist der schärfste Allianz-Konkurrent recht erfolgreich. Zur Zeit versichert HUK 24 rund 350 000 Fahrzeuge, 75 000 mehr als am Jahresanfang. „Wir finden es interessant, dass unser Modell Nachahmer findet,“ sagte ein HUK-Sprecher.

Quelle: Financial Times Deutschland


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