Signal Iduna weitet in Polendas Nischengeschäft aus

Die Versicherungsgruppe Signal Iduna nimmt im Oktober als bisher erster Versicherer in Polen das Geschäft mit Kranken-Zusatzpolicen auf. „Wir sind die ersten, die eine Zusatzdeckung sowohl für die Behandlung in Krankenhäusern als auch bei niedergelassenen Ärzten anbieten“, sagte Alojzy Choda, Chef von Signal Iduna Polska, der FTD. Es gebe einige Anbieter, die sich auf bessere ärztliche Versorgung spezialisierten, das sei aber keine Versicherung, sagte er.
Signal Iduna wird mit Anbietern im Gesundheitswesen Verträge für die Behandlung abschließen. Die Kunden haben alle die Grunddeckung des staatlichen Gesundheitswesens. Für 25 in der Police festgelegte Behandlungen von Augen- bis Bypass-Operationen – aber nicht Krebs – zahlt Signal Iduna die vollen Kosten. Bei anderen Behandlungen, die der staatliche Gesundheitsdienst übernimmt, trägt der Versicherer die Kosten für bessere Unterbringung.
Das Unternehmen hofft, hier als erster Anbieter in einer Nische schnell Erfolg zu haben. Im polnischen Markt, der vom staatlich kontrollierten Giganten PZU mit knapp 70 Prozent Marktanteil dominiert wird, ist das keine einfache Sache. Einmal gelungen ist das der Signal Iduna bereits. Vor vier Jahren kam der deutsche Versicherer, der enge Beziehungen zum Handwerk unterhält, auf den polnischen Markt. Dort suchte er mit mäßigem Erfolg Geschäft in vergleichbaren Kundengruppen. Anfang 2004 expandierte Signal Iduna in ein ganz neues Feld.
„Wir versichern die Reisebranche. Wir bieten Behandlungskosten im Ausland, Reisegepäck, Reiserücktritt und Unfallversicherung“, sagte Choda. Die Deckung wird von großen Anbietern wie dem Reisebüro Orbis mit den Pauschalreisen verkauft. Dazu kommen die Deckungen für die Reisebüros selbst. Der Lohn: „2004 verbuchten wir 24,8 Mio. Zloty (6 Mio. Euro) an Prämieneinnahmen, im Jahr davor waren es 1,5 Mio. Euro.“

Quelle: Financial Times Deutschland


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