Branche steht vor Kampf um Marktführung

CyC und Atradius pirschen sich an Euler Hermes heran

Von Ilse Schlingensiepen Bisher ist der Weltmarktführer unangefochten. Die Kreditversicherungsgruppe Euler Hermes hat Prämieneinnahmen von 1,57 Mrd. Euro und damit einen Anteil von 34 Prozent am Weltmarkt. Aber in kleinen Schritten formiert sich ein ernsthafter Mitbewerber um die globale Marktführerschaft – die spanische Crédito y Caución im Verbund mit der niederländisch-deutschen Atradius-Gruppe.

Euler Hermes gehört zu 68,19 Prozent der französischen Versicherungsgruppe AGF, die wiederum zu 58,90 Prozent im Besitz der Allianz ist. Weitere 27,75 Prozent von Euler Hermes sind gestreut, 4,06 Prozent hält das Unternehmen selbst.

Die spanische Compañia Española de Seguros y Reaseguros de Crédito y Caución (CyC) meldete für 2004 341 Mio. Euro Prämieneinnahmen und gehört damit weltweit zu den mittelgroßen Anbietern. In Spanien – dem fünftgrößten Markt – ist die Gesellschaft Marktführer. Langsam nähert sich CyC der deutlich größeren niederländischen Atradius-Gruppe an, die auf 1,08 Mrd. Euro an Prämieneinnahmen kommt.

CyC hält bereits einen Anteil von 12,01 Prozent an Atradius, der früheren Gerling NCM. Der spanische Versicherer Grupo Catalana Occidente, der an CyC beteiligt ist, besitzt weitere 12,96 Prozent. Zusammen kommen die beiden spanischen Gesellschaften auf knapp 25 Prozent.

„Wir sind glücklich verlobt“, beschreibt Atradius-Vorstand Peter Ingenlath das gegenwärtige Verhältnis. Zusammen mit CyC, die außer in Spanien vor allem in Lateinamerika präsent ist, könnte Atradius Euler Hermes ernsthaft Paroli bieten. Mittelfristig ist eine höhere Beteiligung von CyC und Grupo Catalana an Atradius sehr wahrscheinlich, auch deshalb, weil bestehende Aktionäre aussteigen wollen.

Der Gerling-Konzern hatte seine Kreditversicherungstochter 2003 verkauft. Größter Aktionär ist der Rückversicherer Swiss Re, der 34,95 Prozent hält. Außerdem beteiligt sind die Deutsche Bank mit 33,89 Prozent und die Kölner Privatbank Sal. Oppenheim, die 6,18 Prozent besitzt. Während die Swiss Re sich als langfristiger Aktionär versteht, wollen Deutsche Bank und Sal. Oppenheim sich über kurz oder lang aus dem Kreditversicherungsgeschäft zurückziehen.

Quelle: Financial Times Deutschland


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