Allianz schließt Kündigungen für 2006 aus

Mittelfristig aber Stellenabbau · Gewinn von 4,34 Mrd. Euro

Von Herbert Fromme, Köln Die Allianz wird 2006 keine betriebsbedingten Beendigungskündigungen aussprechen und keine Standorte schließen. Das hat Gerhard Rupprecht, heute noch Chef der Allianz Leben und ab Januar Vorstandsvorsitzender der neuen Deutschland-Holding, den rund 40 000 Mitarbeitern und 10 000 Vertretern in einem Brief mitgeteilt.

„Für die große Mehrheit von Ihnen wird sich zum Jahreswechsel noch gar nichts ändern“, schreibt Rupprecht. Die Neuordnung werde „zwei, eher drei Jahre dauern und Schritt für Schritt umgesetzt“. Der Konzern gründet eine neue Deutschland-Holding, der künftig die inländischen Versicherer gehören und die viele Aufgaben zentral wahrnimmt.

Mittel- und langfristig werde es „in einigen Bereichen“ Stellenabbau geben, so Rupprecht. Das Ausmaß hänge vom Wachstum ab. Ende Januar will er eine grobe Einschätzung über die künftige Zahl der Arbeitsplätze abgeben. Nach Angaben aus Versicherungskreisen ging die Allianz-Führung zu Beginn des Prozesses von einem Arbeitsplatzabbau von 7000 bis 8000 Stellen über drei bis vier Jahre aus. Die Allianz bestreitet, dass intern überhaupt Zahlen diskutiert wurden.

Parallel zum Umbau in Deutschland ändert die Allianz auch die Struktur ihrer Obergesellschaft. Die Allianz AG fusioniert mit der italienischen Tochter RAS und arbeitet künftig in der Rechtsform einer europäischen Gesellschaft (Societas Europaea). Minderheitsaktionäre der RAS erhalten drei Allianz-Aktien für 19 RAS-Aktien, gab die Allianz am Freitag bekannt.

Das Verhältnis beruht auf Unternehmensbewertungen. Dabei sei ein Konzern-Jahresgewinn der Allianz von 4,34 Mrd. Euro für 2005 zu Grunde gelegt worden. Bisher hatte die Allianz-Führung kein konkretes Gewinnziel genannt, sondern nur eine „Vier vor dem Komma“ als Ziel angegeben. 2004 hatte der Konzern 2,2 Mrd. Euro verdient.

Zitat:

“ „Für die große Mehrheit wird sich noch gar nichts ändern““ – Gerhard Rupprecht, designierter Deutschlandchef der Allianz –

Quelle: Financial Times Deutschland


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