Axa kauft Kanada-Tochterder Winterthur

Schweizer Versichererstrafft seine Strukturen

Von Herbert Fromme, Hamburg Der französische Versicherungskonzern Axa hat Winterthur Canada und deren Tochter Citadel gekauft. Axa zahlt der Schweizer Versicherungsgruppe 310 Mio. Kanadische Dollar (225 Mio. Euro) für das Unternehmen. Angesichts von Prämien über 331 Mio. Kanadische Dollar ist das ein vergleichsweise hoher Preis.

Das in Toronto beheimatete Unternehmen bietet Kranken- und Unfallpolicen, Haftpflicht-, Sach- und Kfz-Versicherungen. Einen großen Teil seines Umsatzes erzielt Citadel mit Gewerbekunden. Die Versicherungsgruppe Winterthur, die der Bank Credit Suisse gehört, hatte bereits in den vergangenen Jahren eine Reihe von Gesellschaften verkauft. Dazu gehörten Churchill in Großbritannien, Republic in den USA sowie Töchter in Italien und Frankreich. In Kanada verkaufte Winterthur schon L’Unique in Quebec. Gleichzeitig übernahm das Unternehmen in Polen einen Versicherer.

Mit den Verkäufen wolle Winterthur die Fokussierung verstärken und die Komplexität des Geschäfts reduzieren, sagte ein Sprecher. In Deutschland kontrolliert der Konzern die DBV Winterthur.

Credit Suisse versucht seit einiger Zeit, die Versicherungstochter insgesamt zu verkaufen. Analysten monieren die fehlende Fokussierung des Gesamtkonzerns auf das Bankgeschäft und die immer wieder störenden starken Gewinnschwankungen der Sparte.

Gespräche mit Interessenten – dazu gehörte damals die Axa – verliefen 2004 aber ergebnislos, weil die Preisvorstellungen zu weit auseinander lagen. Nach dem Scheitern der Verkaufsbemühungen erklärte Credit Suisse, man werde Winterthur an die Börse bringen.

Seitdem treibt Winterthur unter Vorstandschef Leonhard Fischer die Vorbereitungen für den Börsengang voran. Durch den positiven Ausgang einer Schlichtung eines Streits mit der XL-Gruppe der Winterthur allerdings halten Branchenkreise es für sehr gut möglich, dass Credit Suisse doch noch einen Käufer für die gesamte Gruppe findet.

In den vergangenen zwölf Monaten wandelte sich die Situation am Markt deutlich: Unternehmen wie Axa suchen zunehmend Wachstum auch durch Übernahmen und sind bereit, dafür deutlich höhere Preise zu zahlen als noch zuvor. Das belegt auch der hohe Preis, den Axa für Citadel in Kanada zahlt.

Quelle: Financial Times Deutschland


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