Den falschen Gegner im Visier

Herbert Fromme Im Preiskrieg der Autoversicherer ist kein Ende in Sicht. Die Manager haben gute Gründe, sich über den Preis Kunden abzujagen. Schließlich handelt es sich hier um die größte und – in absoluten Summen – gewinnträchtigste Sparte der Schaden-/Unfallversicherer. Sie wollen Marktanteile verteidigen und das wichtigste Geschäftsfeld ihrer Vertreter stützen. Sie glauben an Cross-Selling-Effekte – und natürlich daran, dass sie gestärkt aus dem Preiskampf hervorgehen. Für einzelne mag das zutreffen. Aber mittelfristig scheint es eher unwichtig, ob Allianz, HUK-Coburg, Axa, Ergo oder LVM ein paar Punkte Marktanteil gewonnen oder verloren haben.

Denn die künftigen Konkurrenten heißen Ford, VW, GM oder DaimlerChrysler. Bei den Fahrzeugkrediten und Leasingverträgen haben die Autohersteller in wenigen Jahren die Banken vom Markt gefegt. Jetzt stehen sie kurz vor dem Einstieg in die Autoversicherung, um einen noch größeren Teil der Wertschöpfung rund um das Auto zu kontrollieren und schwache Gewinne aus dem Kerngeschäft wettzumachen. Dafür brauchen sie die heutigen Autoversicherer nicht. Die könnten bald zu Nischenanbietern werden.

Herbert Fromme ist Versicherungskorrespondent der FTD.

fromme.herbert@ftd.de

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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