Münchener Rückerwartet Boom bei Managerhaftung

Versicherer erwartet 50 Prozent Zuwachs bis 2011

Von Herbert Fromme, München Die Münchener Rückversicherung erwartet eine deutliche Steigerung des Prämienvolumens in der Managerhaftpflichtversicherung (Directors‘ and Officers‘ Liability/D&O) für den deutschen Markt. „50 Prozent vom bisherigen Volumen sind schon noch drin“, sagte Thomas Wollstein, der zuständige Abteilungsleiter der Münchener Rück. Dazu werde es wohl innerhalb der nächsten fünf Jahre kommen. Er bestätigte Branchenschätzungen, die zurzeit von einem Marktvolumen von 350 Mio. Euro in dieser Sparte ausgehen. „Aber Statistiken gibt es nicht“, sagte er. „Mit den Ergebnissen sind wir im Markt noch ganz zufrieden.“

Zu Prämieneinnahmen und Ergebnissen der Münchener Rück wollte er nichts sagen. Zur Preisentwicklung sagte Wollstein, die im Markt oft gehörte Auffassung von sinkenden Preisen könne er so nicht bestätigen. „Das Bild ist sehr heterogen“, sagte er. Bei vielen Risiken könne es vorkommen, dass Kunden mehr bezahlen müssten. Dazu gehören Unternehmen in der Finanzbranche und Firmen mit US-Aktivitäten.

Mit D&O-Policen sichern sich Vorstände und Aufsichtsräte gegen Ansprüche von Dritten oder aus dem eigenen Unternehmen für den Fall ab, dass ihre Tätigkeit zu Schäden führt. Dabei sehen sich die Versicherer zunehmend großen Ansprüchen gegenüber. Aus der Klage des Medienunternehmers Kirch gegen die Deutsche Bank und ihren Ex-Chef Rolf Breuer erwartet die Branche dreistellige Millionenansprüche der Bank, wenn Kirch gegen sie Schadensersatz durchgesetzt hat. Wollstein wollte zum Kirch-Breuer-Fall nicht Stellung nehmen. Er stellte einen neuen elektronischen Selbsttest vor, den die Münchener Rück mit der Unternehmensberatung Malik Management Zentrum St. Gallen entwickelt hat. Damit können Manager ihr Haftungsrisiko ermitteln.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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