Versicherer verkaufen kaum Rürup-Renten

Erholung bei Lebensversicherung bleibt aus

Von Anja Krüger, Köln Die neuen Rürup-Renten sind ein Ladenhüter. Im vergangenen Jahr haben die Versicherer nur 148 000 Leibrenten verkauft. Das geht aus einem internen Dokument des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor, das der FTD vorliegt. Auch in den anderen Bereichen der Lebensversicherung bleibt den Zahlen zufolge die Erholung aus.

Rürup-Renten sind seit dem vergangenen Jahr auf dem Markt. Kunden können die Beiträge steuerlich geltend machen. Sie müssen aber in Kauf nehmen, dass Einlagen nicht kapitalisierbar und nicht vererbbar sind. Das macht die Policen schwer verkäuflich.

Insgesamt stagniert das Neugeschäft in der Lebensversicherung. In den ersten zwei Monaten 2006 sank die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge gegenüber dem Vorjahr sogar um 8,9 Prozent auf 1,36 Millionen Policen. „Im Januar 2005 hat es massive Überhänge aus Dezember 2004 gegeben“, sagte ein GDV-Sprecher. Gegenüber dem Januar 2004 sei eine Steigerung bei den neu abgeschlossenen Verträgen um zwei Prozent zu verzeichnen, gegenüber dem Februar 2004 ein zweistelliges Wachstum.

Seit 2005 gilt das Steuerprivileg für neu abgeschlossene Kapitallebensversicherungen nicht mehr, Kunden müssen auf die Erträge aus diesen Verträgen anders als zuvor Steuern zahlen. Diese Änderung hatte der Branche in der zweiten Jahreshälfte 2004 einen Boom beschert, stellt sie perspektivisch aber vor große Probleme. Kapitallebensversicherungen waren über Jahrzehnte die wichtigsten Verträge für die Assekuranz. In den 90er Jahren lag der Anteil im Bestand weit über 70 Prozent. Ersatz für den einstigen Verkaufsschlager haben die Versicherer bislang nicht gefunden.

Am 31. Dezember 2005 hatten die GDV-Mitgliedsunternehmen 94,13 Millionen Lebensversicherungsverträge im Bestand, und damit 0,8 Prozent weniger als zu Beginn des Jahres. Insgesamt verkauften sie mit 7,34 Millionen Hauptverträgen 37,9 Prozent weniger als 2004. Der Anteil der Einzel-Kapitalversicherung im Bestand fiel von 47,9 auf 45,5 Prozent.

Kräftig zu legten die Versicherer bei den Riester-Renten. Der Absatz stieg 2005 gegenüber dem Vorjahr um 278,3 Prozent auf 1,12 Millionen Verträge. Damit wuchs der Bestand bei der Assekuranz auf insgesamt 4,42 Millionen Policen.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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