Sachversicherer fürchten stärker sinkende Prämien

Verband sagt deutlichstes Minus im Industriegeschäft voraus

Von Anja Krüger, Köln Der Preiskrieg in der Kfz-Versicherung und fallende Tarife in der Industrieversicherung hinterlassen Spuren. Die Schaden- und Unfallversicherer gehen für 2006 von weiteren Rückgängen beim Beitragsaufkommen und versicherungstechnischen Gewinn aus. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) prognostiziert Einbußen bei den Prämieneinnahmen um 1,5 Prozent auf 54,5 Mrd. Euro, nach einem Rückgang von 0,2 Prozent in 2005. „Gleichzeitig schätzen wir auch die Entwicklung auf der Schadenseite ungünstiger ein und rechnen mit einem Anstieg in diesem Jahr um ebenfalls 1,5 Prozent“, sagte Edmund Schwake, Vorsitzender des Hauptausschusses Schaden- und Unfallversicherung des GDV.

Die Schaden- und Unfallversicherung ist für die Assekuranz beim Volumen die zweitwichtigste Sparte, beim Gewinn sogar die wichtigste. Der GDV prognostiziert für 2006 einen Rückgang des versicherungstechnischen Gewinns der Sachversicherer um 1,1 Mrd. Euro auf 3,3 Mrd. Euro. Dies umfasst die Beitragseinnahmen abzüglich der Kosten für Vertrieb, Verwaltung sowie Schäden. Genaue Angaben über die Gewinne aus Kapitalanlagen, die als Rückstellungen für Schäden aufgebaut werden, macht die Branche nicht. Sie liegen regelmäßig in Milliardenhöhe, deshalb können Unternehmen trotz versicherungstechnischer Verluste Gewinne erzielen.

Fast die Hälfte des Geschäfts der Schaden- und Unfallversicherer entfällt auf Kraftfahrt und industrielle Sachversicherung. Marktführer Allianz hatte 2004 einen Preiskrieg in der Autoversicherung losgetreten, um verlorene Marktanteile zurückzugewinnen. Im Jahr 2005 sanken die Prämieneinnahmen der Versicherer in diesem Segment bereits um 2,3 Prozent, für 2006 rechnet der GDV mit weiteren Rückgängen um 4,4 Prozent auf 21 Mrd. Euro. Die Ausgaben für Schäden werden leicht steigen, erwartet Schwake.

Damit rechnet der GDV auch in der industriellen Sachversicherung, das sind vor allem Feuer- und Sturmdeckungen. Die Versicherer hatten die Preise ab 2001 drastisch erhöht, seit 2005 werden die Policen wieder billiger. Hier werden die Einnahmen um etwa sieben Prozent schrumpfen, hieß es.

Zitat:

„Auch die Schadenseite entwickelt sich ungünstiger“ – Edmund Schwake, GDV –

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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