Versicherer Ancora muss in die Insolvenz

Rettungsversuch der Finanzaufsicht gescheitert

Von Herbert Fromme, Köln Die Finanzaufsicht BaFin hat die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über die Ancora Versicherung in Hamburg beim zuständigen Gericht beantragt. Die Bemühungen der Behörde, den Versicherer durch einen Verkauf zu retten, sind damit gescheitert. In Deutschland kann nur die Finanzaufsicht die Insolvenz eines Versicherers beantragen. Schon im Februar hatte die BaFin den früheren Axa-Manager Ernst zur Linden als Sonderbeauftragten eingesetzt.

Ancora gehört zu 80 Prozent dem 81-jährigen Vorstandschef Klaus Weihtag. Er schuldet der Gesellschaft mehrere Millionen – nach eigenen Angaben rund 4 Mio. Euro, nach Angaben zur Lindens eher 8 Mio. Euro. Auf diese Forderungen waren „erhebliche Wertberichtigungen“ nötig, so die BaFin. Sie haben das Eigenkapital des Versicherers in Höhe von 2,8 Mio. Euro aufgezehrt.

Die BaFin hatte schon vorher Strafanzeige gegen Weihtag und andere Manager wegen Untreue und Bilanzmanipulation gestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Ancora kam 2005 auf Prämieneinnahmen von 15 Mio. Euro. Das Unternehmen hatte sich in den letzten Jahren auf die Versicherung von Spielhallen, Diskotheken, irischen Pferdezuchtbetrieben und Forstunternehmen spezialisiert. Die 17 000 Versicherungsverträge enden einen Monat nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

Diskutieren Sie mit