Mapfre startet auf deutschem Industriemarkt

Spanischer Versicherereröffnet Niederlassung

Von Herbert Fromme, Köln Der aggressiv wachsende spanische Versicherungskonzern Mapfre will im deutschen Industrieversicherungsmarkt aktiv werden. „Wir eröffnen am 1. Januar 2007 eine Niederlassung“, sagte Filomeno Mira, Chef von Mapfre Empresas, der Industrieversicherungstochter des Konzerns. „Im ersten Schritt zielen wir auf spanische multinationale Gesellschaften, die in Deutschland tätig sind. Daneben wollen wir den Namen Mapfre bei den deutschen Großkonzernen bekannt machen.“ Gerade die Präsenz in Lateinamerika sei für deutsche Unternehmen interessant. „Dort hat Mapfre 1500 Büros in zwölf Ländern“, sagte Mira.

Mit rund 1,2 Mrd. Euro Prämie im Jahr 2005 gehört Mapfre Empresas zu den größeren Industrieversicherern in Europa. Zum Vergleich: Die neu geformte Allianz Global Corporate & Specialties erwartet für 2006 rund 2,7 Mrd. Euro Prämie weltweit. Die Übernahme von Gerling durch Talanx/HDI sorgt derzeit für eine deutliche Belebung der Konkurrenz auf dem deutschen Markt. Neben der Allianz sind vor allem Zurich, Axa und AIG bemüht, sich bei den Kunden als Alternative zum Talanx-Konzern darzustellen.

Vor dem Wettbewerb zeigt Mira keine Scheu. „Der Versicherungsmarkt für große Risiken ist global, und funktioniert in allen Ländern nach den selben Vorgaben“, sagte er. „In Spanien haben wir einen Marktanteil von mehr als 20 Prozent der Industrieversicherung.“ Dort seien Allianz, Axa, Zurich und Generali die wichtigsten Konkurrenten. Diesen Rivalen begegne Mapfre auch in Deutschland und anderen Ländern.

Das deutsche Büro – wahrscheinlich in Köln – soll von Ulrich Stürmer geleitet werden. Er ist bisher für den Maklervertrieb in der Düsseldorfer Niederlassung des Industriespezialisten Gerling-Konzern Allgemeine zuständig.

Mapfre Empresas hat gerade Büros in Paris und London eröffnet. Der Industrieversicherer ist Teil einer aggressiv wachsenden Assekuranzgruppe. Der spanische Marktführer Mapfre ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, ändert die Struktur aber gerade und wird ab 2007 als Aktiengesellschaft agieren. Der ehrgeizige Konzernchef José Manuel Martinez hat als klares Ziel ausgegeben, zu den fünf größten Versicherern im Schaden- und Unfallbereich in Europa aufzusteigen. Um dieses Ziel zu erreichen, schließt Martinez auch Zukäufe nicht aus.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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