Rückversicherer Swiss Re enthüllt Reservepolitik

Sicherheitspolster beläuft sich auf 1,08 Mrd. Franken

Von Herbert Fromme, Köln Der Rückversicherer Swiss Re hat auf einem Investorentag seine Reservepolitik aufgedeckt. Die Aktie stieg daraufhin um 3,1 Prozent auf 106,3 Franken. Nach Angaben von Finanzchefin Ann Godbeher hat der Weltmarktführer in den vergangenen zehn Jahren Schadenreserven aufgebaut, die zusammengenommen ein Sicherheitspolster von 1,08 Mrd. Franken enthielten. Die Periode umfasst auch die Krisenjahre 1998 bis 2001, als die Reserven für die Schadenabwicklung nicht ausreichten.

Godbeher sagte, dass Swiss Re nach der Übernahme des Konkurrenten GE Insurance Solutions (GEIS) dessen Reserven erneut überprüft habe. „Hier sind keine Nachbesserungen nötig“, sagte sie. Damit konnte der Rückversicherer Befürchtungen von Analysten zerstreuen, dass GEIS-Altlasten in einigen Jahren Probleme bereiten könnten. Der Aktienkurs wurde auch durch Hoffnungen angetrieben, Swiss Re werde wegen der hohen Reserven und des positiven Schadenverlaufs im weitgehend hurrikanfreien Jahr 2006 einen höheren Gewinn zeigen.

Das Unternehmen wird auch wegen des Ausbaus neuer Geschäftsfelder von Analysten aufmerksam beobachtet. Dazu gehört die Verbriefung von Versicherungsrisiken. Anfang November arrangierte Swiss Re die Platzierung von Anleihen in Höhe von 442 Mio. $, mit denen der Axa-Konzern erstmals Risiken aus der Lebensversicherung in Frankreich, Japan und den USA abdeckt. Investoren konnten Anleihen des für diesen Zweck gegründeten Spezialunternehmens Osiris Capital mit einem deutlich über dem Marktsatz liegenden Zins erwerben. Kommt es wegen einer Katastrophe – etwa ein nuklearer Terrorüberfall – in einem dieser Länder zu einer höheren Sterblichkeit als normal, verlieren Anleger ihr Geld. Das erhält dann Axa, um Lebensversicherungen auszuzahlen.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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