Victoria verlangt Haftpflichtpolicevon Vertretern

Vermittler müssen Vertrag im eigenen Haus schließen

Von Anja Krüger, Düsseldorf Die Victoria Versicherung wird darauf bestehen, dass ihre 4000 Vertreter nach Inkrafttreten der EU-Vermittlerrichtlinie eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung bei ihr abschließen. Das teilte der Vertriebsvorstand Herbert Löffler mit. „Wir verlangen die gleiche Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, die der Vermittler braucht, wenn er sich selbst in das Register eintragen lässt“, sagte er.

Damit geht das Unternehmen, das zur Ergo-Gruppe und damit zur Münchener Rück gehört, über die Vorgaben der EU-Vermittlerrichtlinie hinaus. Sie wird voraussichtlich im Juni 2007 in Deutschland in Kraft treten. Versicherungsvermittler brauchen dann eine Zulassung der Industrie- und Handelskammern und werden in ein zentrales Register eingetragen. Dafür müssen sie Berufsfachkunde und eine Berufshaftpflichtversicherung mit einer Mindestdeckung von 1 Mio. Euro nachweisen. Die rund 70 000 Einfirmenvertreter brauchen das nicht, wenn der Versicherer sie mit einer Haftungsübernahmeerklärung in das Register einträgt. Zwar wird die Victoria die Erklärung für ihre Vertreter abgeben. Aber sie besteht im Innenverhältnis darauf, dass sie eine Deckung kaufen – und zwar im eigenen Haus.

Die Victoria ist nach eigenen Angaben nach der Allianz der zweitgrößte Anbieter von Vermögenschadenhaftpflichtpolicen für Vermittler. Zahlen will das Unternehmen nicht nennen. Für eine Deckung von 1 Mio Euro muss ein Vertreter im Schnitt 1500 Euro zahlen. „Unser eigener Außendienst bekommt einen Rabatt“, sagte Löffler.

Die Victoria Lebensversicherung wird ihre Überschussbeteiligung von 3,4 Prozent auf 3,6 Prozent anheben, kündigte der Vorstandsvorsitzende Kurt Wolfsdorf an. „Wir haben aber auch damit keine marktdurchschnittliche Verzinsung.“ Im Marktschnitt liegt die Gewinnbeteiligung bei 4,2 Prozent. Damit kann Victoria Leben mit der Konkurrenz nur schwer mithalten. Die Beitragseinnahmen von 2,3 Mrd. Euro in 2005 werden im laufenden Jahr auf 2,2 Mrd. Euro sinken, während die Branche mit einem Zuwachs von 4,2 Prozent rechnet. In der Schaden- und Unfallversicherung nimmt die Victoria Versicherung statt 1,49 Mrd. Euro nur 1,45 Mrd. Euro ein, ein Minus von 2,2 Prozent. Die Branche erwartet minus 1,5 Prozent. Der Gewinn werde allerdings deutlich über dem von 2005 liegen.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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