AMB Generali ist Vizemeister im Kampf um Kfz-Policen

Versicherer erwartet im Autogeschäft technischen Verlust

Von Anja Krüger, Bergisch Gladbach Der zur italienischen Generali gehörende Versicherer AMB Generali sieht sich in der Wettbewerbsschlacht der Autoversicherer als zweiter Gewinner nach der HUK-Coburg. Im Jahreswechselgeschäft 2007 habe AMB Generali 71 000 Verträge gewonnen, berichtete AMB-Generali-Chef Walter Thießen bei der Bilanzvorstellung für 2006. Nur die HUK-Coburg habe mit 220 000 Verträgen einen größeren Zuwachs. Im Vorjahr hatte AMB Generali 28 000 Policen gewonnen, 2005 sogar 2100 verloren.

In der Kfz-Versicherung tobt seit zwei Jahren ein Preiskrieg. „Sinkende Beiträge müssen wir kompensieren“, sagte Thießen. Das versuche die Gruppe durch Zusatzangebote wie Rabattschutz zu erreichen. Kunden, die etwa Wert auf guten Service legen, seien auch bereit, höhere Prämien zu zahlen. Partiell könnten Preiserhöhungen durchgesetzt werden. „Es kommt darauf an, diese Klaviatur geschickt zu spielen“, sagte er. Die Schaden-Kostenquote habe 2006 noch knapp unter 100 Prozent gelegen. Das heißt, dass die Gruppe in der Autoversicherung 2006 noch einen kleinen technischen Gewinn verbuchte. Für 2007 rechnet sie aber mit einem versicherungstechnischen Verlust.

Nach Allianz und der Münchener-Rück-Tochter Ergo ist die AMB-Generali-Gruppe der drittgrößte deutsche Erstversicherer. Auch im Autogeschäft ist die Gruppe an dritter Stelle. Zu AMB Generali gehören unter anderem AachenMünchener, Dialog, Generali, Volksfürsorge, der Direktversicherer Cosmos und der Krankenversicherer Central.

In diesem Jahr will AMB einen Konzerngewinn von 380 Mio. Euro erwirtschaften. 2006 steigerte die Gruppe den Gewinn um zehn Prozent auf 346 Mio. Euro, unter Einrechnung eines steuerlichen Sondereffekts lag er bei 451 Mio. Euro. Die Prämieneinnahmen wuchsen um 4,6 Prozent auf 13,4 Mrd. Euro und damit doppelt so stark wie der Markt.

Im Januar hatten Ermittlungen gegen Thießen wegen Bestechlichkeit und die Durchsuchung seiner Privaträume für Schlagzeilen gesorgt. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal habe die Ermittlungen wegen mangelnden Tatverdachts eingestellt, berichtete Thießen.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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