Hannover Rück trotzt negativem Preistrend

Unternehmen zahlt Aktionären wieder Dividende

Von Herbert Fromme, Hannover D er Rückversicherer Hannover Rück erwartet 2007 eine erneute Gewinnsteigerung. Zwar sei das Jahr 2006 wohl der Höhepunkt des Versicherungszyklus gewesen, aber die Branche komme von einem sehr hohen Preisniveau, sagte Vorstandschef Wilhelm Zeller. Als Zyklus bezeichnen Versicherer die Abfolge je einer Hoch- und Niedrigpreisphase. Die Tatsache, dass sich der Preistrend dreht, wirke sich 2007 noch nicht auf die Ergebnisse aus. „Es gibt eine erhebliche Zeitverzögerung, bis sich veränderte Marktbedingungen in den Ergebnissen niederschlagen“, sagte Zeller.

Rückversicherer decken andere Versicherer, die mit Endkunden Geschäfte machen, gegen Katastrophen und andere Großschäden ab. Seit 2000 konnten die Gesellschaften ihre Preise erhöhen, jedoch von einem desaströs niedrigen Niveau aus. 2006 erzielte der viertgrößte Rückversicherer der Welt das beste Ergebnis seiner 41-jährigen Geschichte. Das Unternehmen, das mit 50,2 Prozent zur Talanx-Gruppe gehört, verdiente nach Steuern 514 Mio. Euro. Im sturmgebeutelten Vorjahr waren es nur 49 Mio. Euro. An dem Rekordergebnis beteiligt Hannover Rück die Aktionäre mit einer Dividende von 1,60 Euro. Im Vorjahr waren die Anteilseigner leer ausgegangen. Die Aktie verlor dennoch 2,8 Prozent auf 31,45 Euro in einem allgemein schwachen Umfeld für Finanztitel.

Die Prämieneinnahmen gingen um 0,3 Prozent auf 9,3 Mrd. Euro zurück. Dabei ist die US-Tochter Praetorian nicht mehr eingerechnet, die Hannover Rück an die australische Versicherungsgruppe QBE verkaufte. Damit hat das Unternehmen die Sparte Spezialversicherung aufgegeben.

Die hohen Sturmschäden des Jahres 2005 führten 2006 zu einer deutlichen Verknappung bei den Retrodeckungen, mit denen Rückversicherer untereinander Risiken übernehmen. Die Hannover Rück hat deshalb die Verbriefung von Versicherungsrisiken stark ausgebaut. Hier belaufen sich die Anleihen inzwischen auf rund 1 Mrd. Euro.

„Hochzufrieden“ zeigte sich Zeller mit den Ergebnissen der Tochter E+S Rück, die nur im deutschen Markt aktiv ist. An der E+S hält die Hannover Rück 55,8 Prozent, wird diesen Anteil aber 2007 um acht Prozentpunkte ausbauen, die sie von der Talanx-Schwestergesellschaft CiV übernimmt. CiV besitzt derzeit zehn Prozent an E+S.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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