Deutsche Assekuranz sieht 2007 pessimistisch

Interner Konjunkturtest des Ifo-Instituts zeichnet ein negatives Bild · Lebensversicherungen stehen besonders unter Druck

Von Herbert Fromme, Köln D as Geschäftsklima in der Assekuranz hat sich erneut verschlechtert. Das geht aus dem neuesten Konjunkturtest hervor, den das Ifo-Institut im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft vierteljährlich durchführt. An der Umfrage im zweiten Quartal 2007 beteiligten sich 167 Mitgliedsfirmen, die rund 85 Prozent der Prämien repräsentieren.

Damit koppelt sich die Branche erneut vom allgemeinen Konjunkturtrend ab. Während die Wirtschaft insgesamt gut läuft, ist das Geschäftsklima für die Versicherer auch im langfristigen Vergleich allenfalls durchschnittlich.

Das Geschäftsklima ist ein Mittelwert aus der aktuellen Beurteilung der Lage und der Geschäftserwartung. Der Ausblick ist etwas besser, aber die Lagebeurteilung negativer als vor drei Monaten. Nur 55 Prozent der Versicherer erwarten für 2007 ein Umsatzzuplus, 35 Prozent rechnen mit unveränderten Prämieneinnahmen und zehn Prozent mit einem Rückgang.

Deutlich pessimistischer sind die Erwartungen der Lebensversicherer. Das gilt vor allem im Kerngeschäft, den Verträgen gegen laufenden Beitrag. Hier erwarten nur noch 39 Prozent der Gesellschaften für das volle Jahr 2007 einen Anstieg, während 41 Prozent von unveränderten Werten und 20 Prozent von einem Rückgang ausgehen. Auch die Erwartungen für das Geschäft gegen Einmalbeitrag sind heute schlechter als noch vor drei Monaten. Besonders negativ kommt bei den Aussichten die Kapitallebensversicherung weg.

Die privaten Krankenversicherer haben zum vierten Mal hintereinander ihre Erwartungen nach unten korrigiert. Das Geschäftsklima für die Sparte ist unfreundlicher geworden. Dennoch rechnen 99 Prozent der Unternehmen mit Beitragsmehreinnahmen für 2007. Fast alle Unternehmen haben zum Jahresbeginn die Preise erhöht, das schlägt sich dort nieder.

In der Schaden- und Unfallversicherung geht es um die Abdeckung von Risiken bei Autos, Gebäuden, Hausrat, privater Haftpflicht und aus Unfällen. Hier hat sich die Lagebeurteilung zwar leicht verschlechtert, aber die Erwartungen sind besser geworden. Für 14 Prozent ist die Lage günstig, für 82 Prozent befriedigend und für vier Prozent ungünstig. In den nächsten sechs Monaten erwarten 84 Prozent keine Änderung, 16 Prozent eine Verbesserung und kein Unternehmen eine Verschlechterung.

Ihre Beitragseinnahmen werden 2007 steigen, glauben 33 Prozent der Schaden- und Unfallversicherer, 50 Prozent sehen unveränderte und 17 Prozent sinkende Einnahmen. In der Autoversicherung ist die Spaltung des Marktes noch deutlicher: 55 Prozent erwarten steigende, sieben Prozent gleichbleibende und 38 Prozent sinkende Einnahmen.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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