Kölnische Rück zufrieden trotz Umsatzverlust

Aktionäre erhalten Mini-Dividende von 11 Cent

Von Herbert Fromme, Köln Die Kölnische Rückversicherung hat bei sinkendem Volumen erneut ihre Vorsteuergewinn gesteigert. 2006 verdiente das Unternehmen vor Steuern 494 Mio. Euro, deutlich über den 438 Mio. Euro des Vorjahres. Auf Grund einer Zuführung zu Steuerrückstellungen ging das Ergebnis nach Steuern allerdings von 276 Mio. Euro auf 246 Mio. Euro zurück. Die Gruppe gehört zu Warren Buffetts Rückversicherungskonzern Gen Re.

Pro Aktie verdiente die Kölnische Rück 11,76 Euro, im Vorjahr waren es 13,17 Euro. Den Aktionären will die Gesellschaft für 2006 nur 11 Cent als „Mindestausschüttung“ zahlen, die erste Dividende seit 2001. Mehrheitsaktionär Gen Re will die 4,8 Prozent, die von Minderheitsaktionären noch gehalten werden, per Squeeze-out übernehmen. Die Anträge dazu soll die Hauptversammlung am 26. Juni beschließen.

Das Prämienvolumen der Kölnischen Rück sank 2006 weiter um 89 Mio. Euro auf 2,91 Mrd. Euro. Seit 2002 hat das Unternehmen seinen Umsatz um 34 Prozent reduziert, in der Schaden- und Unfallrückversicherung sogar von 1,86 Mrd. Euro auf 945 Mio. Euro fast halbiert. Vorstandschef Peter Lütke-Bornefeld begründete den Rückgang in den für die Branche eigentlich sehr guten Zeiten mit den „klaren Prinzipien“. Diese habe Gen Re nach dem 11. September 2001 und den unzureichenden Preisen der Jahre 1997 bis 2002 aufgestellt. Die Gesellschaft habe hohe Anforderungen an Daten von Kunden – den Erstversicherern – gestellt. Nicht immer sei das positiv aufgenommen worden. Gleichzeitig habe die Gruppe risikoreiches Geschäft nicht gezeichnet. „Wir sind sehr auf die analytische Seite gegangen“, sagte er. Marktgerüchte, dass die Trennung von Vorstand Arno Junke im Februar Ergebnis von Differenzen mit der Gen Re über die Geschäftspolitik gewesen sei, wies Lütke-Bornefeld zurück.

Der jüngste Volumenrückgang hat zum Teil mit der Aufgabe der umstrittenen Finanzrückversicherung zu tun, einer Mischung aus Rückversicherung und Finanzierungsgeschäft. Die Muttergesellschaft Gen Re war in den Skandal um Bilanzschönungen beim US-Versicherer AIG verwickelt. In Deutschland hat die Finanzaufsicht BaFin im Oktober 2006 von der Kölnischen Rück Dokumente in Bezug auf Finanzverträge angefordert. Seither habe sich die BaFin nicht geäußert, sagte Lütke-Bornefeld.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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