Alte Leipziger hält an Sparplan fest

Konzern will Wettbewerbsposition stärken · Anstieg bei Krankenversicherung

Von Ilse Schlingensiepen, Oberursel Die Alte Leipziger Lebensversicherung verteidigt ihr strammes Kostensenkungsprogramm. Einschnitte seien trotz der positiven Geschäftsentwicklung notwendig, sagte der Vorstandsvorsitzende des Verbundes Alte Leipziger Hallesche Wolfgang Stertenbrink anlässlich der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag. „Wir müssen mit unseren Kosten deutlich nach unten gehen“, sagte er. In Zukunft seien die Kosten in der Lebensversicherung die entscheidende Wettbewerbsgröße.

Der Versicherer will bis Ende 2009 von 1250 Vollzeitstellen 200 bis 250 abbauen, möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen. Das Programm „Offensive Zukunft“ soll jährlich 30 Mio. Euro einsparen. Der Verbund Alte Leipziger Hallesche wird von den Vereinen Alte Leipziger Lebensversicherung in Oberursel und der Hallesche Krankenversicherung in Stuttgart geführt.

„Bei niedrigen Zinsen ist die Kostensenkung die dominierende Größe“, sagte Stertenbrink. Das gelte insbesondere für Gruppen, die stark über Makler verkaufen. Dieser Vertriebsweg bringt dem Versicherer rund 80 Prozent des Geschäfts. „Wir stehen im Wettbewerb ganz anders da als jemand, der über eine breite Ausschließlichkeitsorganisation verfügt, und müssen zukünftige Entwicklungen stärker antizipieren.“ Mit einer Abschlusskostenquote von 4,9 Prozent lag der Lebensversicherer 2006 zwar im Branchenschnitt, mit der Verwaltungskostenquote von 3,7 Prozent hinkt er den marktweiten 3,0 Prozent aber klar hinterher.

Die Neupositionierung sei gerade für das Geschäftsfeld der betrieblichen Altersversorgung wichtig, sagte der Vorstandschef. Ausbauen will er den Bereich der Übernahme von Pensionsverpflichtungen von Unternehmen. Die Bruttobeitragseinnahmen der Gesellschaft stiegen 2006 um 4,8 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro, verglichen mit einem Marktwachstum von 2,9 Prozent. Überproportional nahm mit 33,8 Prozent auf 232 Mio. Euro das Geschäft gegen Einmalbeitrag zu. Dieser Umsatz kam zum größten Teil von international tätigen Firmenkunden. „Wir sind stolz darauf, dass diese Firmen 2006 erhebliche Teile ihrer Versorgungsverpflichtungen auf die Alte Leipziger übertragen haben“, sagte Stertenbrink.

Er hofft, den Zuwachs bei den Einmalbeiträgen 2007 fortsetzen zu können. Beim Geschäft gegen laufenden Beitrag fallen die Erwartungen mit einem Plus von zwei Prozent dagegen verhaltener aus.

Die Hallesche Krankenversicherung will nach dem Anstieg der Prämieneinnahmen um 4,1 Prozent auf 847 Mio. Euro im Jahr 2006 im laufenden Jahr um fünf Prozent zulegen. Trotz der verschlechterten Rahmenbedingungen wurde 2006 die Zahl der Vollversicherten um 2,5 Prozent auf 209 000 gesteigert, sagte Stertenbrink.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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