Finanzvertrieb MLP verfehlt seine Ziele

Weniger Vermittler und Neukunden als erwartet

Von Anja Krüger, Köln Der Wieslocher Finanzvertrieb MLP kämpft mit rückläufigen Provisionseinnahmen. Im Hauptgeschäftsfeld Makler-Erlöse sanken die Einnahmen im ersten Halbjahr um ein Prozent auf 195,9 Mio. Euro. MLP begründete den Einbruch in der Altersvorsorge mit der 2006 erfolgten Anhebung der Riester-Stufe, die zu einem ungewöhnlichen Wachstum geführt habe. Das Ergebnis müsse vor diesem Hintergrund gesehen werden, hieß es.

MLP lebt von den Provisionen, die das Unternehmen von Anbietern für den Verkauf von Versicherungen, Fonds und anderer Verträgen erhält. Das im MDax gelistete Unternehmen bietet außerdem Bankdienstleistungen und Vermögensmanagement an. In der Altersvorsorge sank die im Neugeschäft vermittelte Beitragssumme im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro. Dennoch bleibt MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg zuversichtlich, dass die Umsätze in der Altersvorsorge über dem Ergebnis des Vorjahres liegen werden. „50 Prozent der Erlöse eines Jahres stammen aus den ersten drei Quartalen, 50 Prozent aus dem vierten“, sagte Schroeder-Wildberg.

Dass MLP tief gehende Probleme hat, zeigen aber die verfehlten Ziele beim Zuwachs der Vermittler- und Kundenzahlen. Die Zahl der Vermittler nahm um ein Prozent auf 2549 ab. Dabei wirbt das Unternehmen seit Jahresbeginn um Vermittler mit der Zahlung eines Fixums in den ersten zwölf Monaten. Noch im Februar hatte Schroeder-Wildberg erklärt, MLP wolle bis Ende 2007 auf 3000 Vermittler kommen. „Wir erwarten für das Gesamtjahr 2750 Berater“, sagte er jetzt.

Bereits 2006 hatte der Finanzvertrieb die Zahl der Kunden nicht wie angestrebt um zehn Prozent, sondern nur um 5,5 Prozent steigern können. In den ersten sechs Monaten 2007 wuchs die Zahl der MLP-Kunden sogar nur um zwei Prozent auf 698 000.

Aufgrund höherer Steuerzahlungen sank der Überschuss im ersten Halbjahr um fünf Prozent auf 19,5 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern wuchs um 31 Prozent auf 32,3 Mio. Euro. Zuwächse gehen auf Bankgeschäfte und die Vermögensverwaltung zurück. Schroeder-Wildberg hält an der Prognose fest, im Gesamtjahr ein operatives Ergebnis von 110 Mio. Euro zu erreichen. Die Aktie stieg um 3,7 Prozent auf 12,71 Euro.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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