W&W gewinnt weniger Bausparer

Neugeschäft sinkt stärker als im Branchenschnitt

Von Anja Krüger, Köln Beim Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) ist das Bauspargeschäft in den ersten sechs Monaten 2007 stärker eingebrochen als im Branchenschnitt. W&W ist aber zuversichtlich, den Rückgang bis Dezember wettmachen zu können und das Vorjahresergebnis zu übertreffen. Im ersten Halbjahr steigerte der Konzern den Gewinn nach Steuern um 23 Prozent auf 76,3 Mio. Euro.

Die W&W-Gruppe hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt, weil sie die Bilanz für 2005 nachbessern musste. 2006 war Vorstandschef Alexander Erdland mit der Ankündigung angetreten, den Konzern vor allem im Bausparbereich umzubauen.

Allerdings litt die gesamt Bauspar- und Baufinanzierungsbranche in den ersten sechs Monaten 2007 unter Vorzieheffekten in den Vorjahren, als die Eigenheimzulage abgeschafft wurde. Branchenweit sank das Bruttoneugeschäft im Bausparen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2006, gemessen an der Bausparsumme, um 9,1 Prozent und im Baufinanzierungsgeschäft um 5,6 Prozent. Bei W&W schrumpften die Neuabschlüsse im Bausparen sogar um 18 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro. Der Rückgang gehe auf die Umstellung im Vertrieb auf ausschließlich freie Handelsvertreter zurück, sagte ein Sprecher. „Im Mai und Juni hatte wir ein zweistelliges Wachstum.“ W&W gehe davon aus, im Gesamtjahr die Bausparsumme des Jahres 2006 von 8,5 Mrd. Euro zu übertreffen. Im Juli hat W&W ein neues Provisionssystem für die Vertreter eingeführt. Gegen den Branchentrend legte der Konzern in der Baufinanzierung um 4 Prozent auf 885,1 Mio. Euro zu. „Wir haben die Kreditzusagen beschleunigt und die Konditionen für Kunden verbessert“, sagte der Sprecher.

In der Lebensversicherung stagnierten die gebuchten Bruttobeiträge bei knapp 1,2 Mrd. Euro. Gegen den Branchentrend legte W&W beim Neugeschäft zu. Wegen der Belastung aus dem Sturm Kyrill sank der Gewinn in der Unfall- und Schadenversicherung um 13 Prozent auf 27,5 Mio. Euro.

Die Gruppe ging 1999 aus der Fusion der Bausparkasse Wüstenrot und des Versicherers Württembergische hervor. Kontrolliert wird sie von der Wüstenrot Holding mit einem Anteil von 69,7 Prozent. Die Landesbank Baden-Württemberg hält 10 Prozent, die Bank Unicredit 7,5 Prozent und der Rückversicherer Swiss Re 5 Prozent.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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