Mannheimer verliert ersten Heros-Prozess

Supermarktkette Netto erstreitet 1,8 Mio. Euro

Von Herbert Fromme, Hamburg Die zur österreichischen Uniqa gehörende Versicherungsgruppe Mannheimer muss zusammen mit vier weiteren Versicherern der Supermarktkette Netto 1,8 Mio.Euro aus dem Heros-Fall zahlen. Davon hat Mannheimer 1,04 Mio.Euro zu schultern, wie die neunte Kammer des Landgerichts Hamburg am Donnerstag entschied. Ein Mannheimer-Sprecher erklärte, man werde Rechtsmittel einlegen und erwarte gegenläufige Urteile bei Verfahren, die in Hannover anhängig sind.

Laut Klägeranwalt Benjamin Grimme gibt es mehrere Hundert Geschädigte. „Für sie besteht nach dem ersten Urteil jetzt wieder Hoffnung“, sagte er. Bisher haben etwa fünfzig Heros-Geschädigte Klage eingereicht.

Mannheimer hatte ein Konsortium angeführt, das den Geldtransporteur Heros versicherte. Das betrügerische Heros-Management prellte seine Kunden um 469 Mio. Euro. Sie selbst sei von Heros getäuscht worden, erklärte danach die Mannheimer-Gruppe. Die Police sei deshalb von Anfang an ungültig gewesen. Wenn überhaupt sei auch nur Bargeld versichert gewesen, nicht die betrügerischen Überweisungen. Beidem widersprach gestern das Gericht.

Quelle: Financial Times Deutschland


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