Axa-Chef sieht Chance durch Finanzkrise

De Castries begrüßt Korrektur an den Märkten

Von Herbert Fromme, Köln Axa-Chef Henri de Castries hält die Turbulenzen um zweitklassige („subprime“) US-Hypothekenanleihen für eine positive Korrektur, die der Weltwirtschaft nutzen wird. Für die Versicherer sei die Wirkung erfreulich, sagte der Chef des zweitgrößten europäischen Versicherers auf einer Veranstaltung der Universität Köln.

„Wir hatten da ein paar Milliarden an Investitionen, aber das ist für uns kein Problem“, sagte de Castries. Er sei nicht davon überzeugt, dass es sich um eine große Krise handele, sagte de Castries. „Wir sind jetzt in einer besseren Lage als vorher, weil die Risiken besser bewertet sind.“ De Castries tritt damit Sorgen entgegen, wonach die Turbulenzen die weltweite Konjunktur abwürgen.

Die Situation vor der Krise sei nicht in Ordnung gewesen. „Die Spreads waren zu niedrig, die langfristigen Zinsen waren zu niedrig, die Inflationsrisiken zu hoch.“ Es gebe natürlich Probleme bei manchen Banken. „Aber langfristig ist diese Korrektur eine gute Sache.“ Die Entwicklung nutze den Versicherern. „Wenn die Risiken besser bewertet sind, bedeutet das, dass unsere Investitionen uns mehr bringen werden.“

De Castries sagte, Axa sei auf einem guten Weg für die 2004 gesetzten ehrgeizigen Ziele für 2012. Der Konzern will in diesem Zeitraum den Umsatz verdoppeln und den Gewinn verdreifachen. Am schwierigsten sei das darin enthaltene Ziel, in der Sachversicherung um drei bis fünf Prozent jährlich zuzulegen. Das könne die Axa mit Produktivitätsgewinnen wegen höherer Marktanteile und mehr Geschäft in Indien, China und Osteuropa erreichen. Der Preisverfall in Kernmärkten schreckt de Castries nicht. Axa werde die Schaden-Kosten-Quote zwischen 96 Prozent und 100 Prozent der Beitragseinnahmen halten und trotzdem das Wachstum erzielen.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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