Allianz begibt Anleihe gegen Katastrophen

Milliardenprogramm zu europäischen Sturmrisiken

Von Herbert Fromme, Köln Die Allianz hat eine Katastrophenanleihe über 200 Mio. Euro ausgegeben. Damit sichert sich der Versicherungskonzern gegen Sturmrisiken in sieben europäischen Ländern ab. Das ist der erste Teil eines Programms der Obergesellschaft Allianz SE, das bis 1 Mrd. Euro reicht. Es handelt sich um die bisher größte Einzelverbriefung von Sturmrisiken in Europa. Im April arrangierte der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty bereits ein Programm über 150 Mio. Euro für Hochwasser- und Erdbebenrisiken.

Die neue Anleihe besteht aus einer Euro-Tranche über 155 Mio. Euro und einer Dollar-Tranche mit 65 Mio. $. Anleger erhalten einen Zins von 4,55 Prozent (Euro-Teil) beziehungsweise 4,4 Prozent (Dollar-Teil) über den Standardzinssätzen Euro Interbank Offered Rate (Euribor) oder London Interbank Offered Rate (Libor).

Im Gegenzug für den höheren Ertrag übernehmen die Anleger ein Risiko: Stürmt es in den betroffenen sieben Ländern so stark, dass die als Auslöser vereinbarten Windstärken erreicht werden, verlieren sie ihr Geld. Passiert das bis zum Ende der Laufzeit 2012 nicht, wird ihnen die Anleihe zurückgezahlt.

Der Markt für Katastrophenverbriefungen wächst stark. Swiss Re schätzt die Gesamtsumme der ausstehenden Anleihen für Mitte 2007 auf 30 Mrd. $. Ende 2005 waren es erst 17 Mrd. $. Verbriefungen können teurer als traditionelle Rückversicherung sein, bieten Versicherern aber Schutz gegen Größtschäden mit mehrjähriger Laufzeit und minimalem Kreditrisiko.

Für die Transaktion wurde die von HSBC gemanagte Zweckgesellschaft Blue Fin Ltd. auf den Cayman Islands gegründet. Blue Fin hat die von Standard & Poor’s mit „BB+“ bewertete Anleihe ausgegeben und legt das Geld in möglichst sicheren Papieren an. Das Cayman-Unternehmen agiert gleichzeitig als Rückversicherer für die Allianz und erhält von ihr eine Prämie. Aus dem normalen Ertrag aus den angelegten Geldern und der Prämie der Allianz zahlt sie die hohen Zinsen für die Anleger.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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