Gothaer Gruppe setzt auf erneuerbare Energien

Kölner Versicherer erwartet Zuwachs der Bruttobeiträge

Von Anja Krüger, Köln Die Gothaer Gruppe will europäischer Marktführer beim Versicherungsschutz für Betreiber und Hersteller von Anlagen zur Produktion erneuerbarer Energien werden. Künftig will der Konzern in diesem Bereich jährlich um 20 Prozent wachsen. Zurzeit liegen die Beitragseinnahmen hier bei 35 Mio. Euro.

Das Feld erneuerbare Energien ist ein enormer Wachstumsmarkt. Deutsche Unternehmen sind Weltmarktführer bei der Herstellung von Anlagen für diesen Sektor. Davon will die Assekuranz profitieren. Die Gothaer gehört hier bereits zu den führenden Anbietern. Von den rund 19 000 Windenergieanlagen in Deutschland versichert sie 6000 und ist damit Marktführer.

Wachstumspotenzial bestehe bei großen Windenergieanlagen in der Nord- und Ostsee, sogenannten Offshoreanlagen. „In Deutschland werden keine neuen Anlagen gebaut“, sagte Klaus-Christoph Reichert, Leiter Firmen- und Industriekunden. Außerdem verkauft die Gothaer Deckung für Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien, etwa Biogas, Solaranlagen oder Wasserkraft.

Der Versicherer will deutsche Kunden ins Ausland begleiten. „Den Versicherungsnehmern ins europäische Ausland zu folgen, ist für uns kein Problem“, sagte Konzernchef Werner Görg. Außerhalb Europas werde die Gruppe mit einem internationalen Partnernetzwerk zusammenarbeiten.

Der Konzern erwartet für das Jahr 2007 bei den gebuchten Bruttobeiträgen einen Zuwachs von 2,5 Prozent auf 3,95 Mrd. Euro, für die Branche wird ein Nullwachstum prognostiziert. Görg geht davon aus, dass die Gruppe aus dem derzeitigen Preiskrieg in der Autoversicherung als Gewinner hervorgeht. Der zum Konzern gehörende Direktversicherer Asstel zielt auf preisbewusste Kunden, die Traditionsmarke Gothaer auf den gut situierten Mittelstand. Die Traditionsmarke wird bis zu 16 000 Verträge verlieren. „Wir werden diesen Verlust aber überkompensieren“, sagte Görg. Deshalb werde der Konzern insgesamt 2007 in der Autoversicherung zulegen. Sollte der Preiskampf weitergehen, will sich die Gruppe daran nicht beteiligen.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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