Vom Ladenhüter zum Bestseller

Fast zehn Millionen Riester-Verträge verkauft

Von Anja Krüger Nach anfänglichen Startschwierigkeiten ist der Boom der Riester-Rente ungebrochen. Mehr als 635 000 Kunden haben im dritten Quartal 2007 einen Abschluss gemacht. Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales haben damit insgesamt 9,7 Millionen Verbraucher einen Vertrag.

Der Staat fördert mit den nach dem ehemaligen Arbeitsminister Walter Riester benannten Verträgen den Aufbau einer privaten Altervorsorge in Form von Zulagen und Steuervorteilen. Die Zulagen liegen zurzeit bei 114 Euro für Erwachsene und 138 Euro pro Kind. Ab 2008 bekommen Erwachsene 154 Euro, für den Nachwuchs gibt es jeweils 185 Euro. Für Kinder, die ab 2008 geboren werden, zahlt der Staat sogar 300 Euro. Außerdem können Kunden die Beiträge als Sonderausgabenabzug steuerlich geltend machen, jetzt bis zu 1575 Euro, ab 2008 bis zu 2100 Euro. Voraussetzung für die Förderung ist, dass Kunden drei und ab 2008 vier Prozent ihres Bruttoeinkommens in den Vertrag stecken.

Doch viele Kunden haben die Zulagen, die ihnen zustehen, nicht abgerufen. Bei der Allianz Leben, einem der Marktführer auf diesem Feld, haben 23 Prozent der Kunden für das Jahr 2005 noch keinen oder nur einen unvollständigen Zulagenantrag gestellt. „Das entspricht einem Gegenwert von 9,5 Mio. Euro“, sagt ein Sprecher. Zwar haben Kunden noch bis Ende dieses Jahres Zeit, den Antrag für 2005 zu stellen. Aber nach den Erfahrungen der Allianz Leben werden 15 Prozent der vermeintlichen Riester-Rentner das nicht tun. „Viele glauben, sie müssten den Zulagenantrag nicht stellen, weil sie von der Steuerersparnis profitieren“, sagt der Sprecher. Doch das ist ein Irrtum. Bei der Steuerberechnung geht das Finanzamt automatisch davon aus, dass die Zulagen geflossen sind, und zieht diese Beträge ab.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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