Wüstenrot wirbt Postbank starken Vertriebspartner ab

Kooperation mit Beamtenbund soll Millionen einbringenEuro

Von Anja Krüger, Köln Die Postbank hat einen wichtigen Vertriebspartner an den Finanzkonzern Wüstenrot und Württembergische (W&W) verloren. Ab 1. Januar löst die Bausparkasse Wüstenrot die Postbank-Tochter BHW als Partner des deutschen Beamtenbunds ab. Im Beamtenbund und der angeschlossenen Tarifunion sind 1,25 Millionen Beschäftigte organisiert. „Wir erwarten, dass die Kooperation mittelfristig ein Potenzial im Bausparneugeschäft von rund 300 Mio. Euro pro Jahr hat“, sagte W&W-Chef Alexander Erdland gestern der Deutschen Presse-Agentur.

Wüstenrot ist nach Schwäbisch Hall und der BHW die drittgrößte deutsche Bausparkasse, hat aber über Jahre Marktanteile verloren. Die neue Kooperation stärkt das Unternehmen. Das Vorsorgewerk des Beamtenbunds wird Angebote für Bausparen und Baufinanzierung von Wüstenrot exklusiv in seine Angebotspalette aufnehmen. „Die Produkte sind auf die Bedürfnisse von Beschäftigten im öffentlichen Dienst zugeschnitten“, sagte ein W&W-Sprecher. Sie erhalten bei Baufinanzierungen besondere Konditionen. Der Vereinbarung sollen Kooperationen mit weiteren Partnern folgen. Erst vor Kurzem hat W&W auch mit der spanischen Bank Santander ein Vertriebsabkommen geschlossen.

Die BHW gibt sich gelassen. „Wir fühlen uns dem Beamtenbund weiterhin verbunden“, sagte ein Sprecher des ehemaligen „Beamtenheimstättenwerks“. Das Unternehmen ist seit 2006 der Baufinanzierer der Postbank. Der Bund habe 300 Mitgliedsorganisationen, mit denen die BHW viele Vereinbarungen unterhalte, so der BHW-Sprecher weiter. Der Verlust der Kooperation betreffe nur einen kleinen Teil des Gesamtgeschäfts. Wie viel Umsatz BHW bislang über das Vorsorgewerk des Beamtenbunds eingeholt hat, wollte der Sprecher nicht sagen. „Es war aber nicht so viel, wie Wüstenrot jetzt zu realisieren beabsichtigt“, sagte er.

Auch die Postbank zeigt sich entspannt. „Es handelt sich um kleine Exklusivitäten, die schlicht und ergreifend ausgelaufen sind“, sagte ein Sprecher der Postbank.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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