AWD-Verkauf kostet Partner Geschäft

Volkswohl Bundbefürchtet Langfristfolgen

Von Herbert Fromme, Dortmund Das Management des Lebensversicherers Volkswohl Bund befürchtet, dass der Verkauf des Hannoveraner Finanzvertriebs AWD an Swiss Life die eigene Gesellschaft Neugeschäfte kosten könnte. Der Volkswohl Bund ist bisher der größte Produktgeber für AWD im entscheidenden Feld Lebensversicherung. Es wird erwartet, dass der Lebensversicherer Swiss Life den Absatz der eigenen Policen über die neue Tochter AWD steigern will – auf Kosten anderer Gesellschaften.

„Zunächst wird sich nichts ändern, AWD muss ja eine Reihe von guten Produkten anbieten können“, sagte Vorstandsmitglied Dietmar Bläsing. „Aber natürlich will ein solcher Käufer nach einigen Jahren auch Ergebnisse im Vertrieb sehen.“ In drei bis vier Jahren werde der Volkswohl Bund den Eigentümerwechsel bei AWD wohl zu spüren bekommen.

Zum Neugeschäft des Volkswohl Bundes trugen die AWD-Vertreter in Deutschland 2007 knapp 15 Prozent bei, 2005 waren es noch 20 Prozent. „Insgesamt machen wir über Großvertriebe rund 25 Prozent unseres Neugeschäfts“, sagte der Vorstandsvorsitzende Joachim Maas. Der in Dortmund ansässige Volkswohl Bund ist nach Umsatz die Nummer 25 im Markt.

Der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit hat gezielt das Geschäft mit kleineren Maklerfirmen verstärkt. Einen eigenen Außendienst hat das Unternehmen nicht, auch keinen Bankpartner.

Der Vertriebsweg Makler boomt – das zeigen auch die Zahlen des Volkswohl Bundes: Im Jahr 2007 stiegen die Beiträge in der Lebensversicherung um 17 Prozent auf 939 Mio. Euro, während der Markt einen Rückgang um 0,7 Prozent auswies. Beim Neugeschäft legte die Gesellschaft um sieben Prozent auf 3,9 Mrd. Euro Beitragssumme zu. Der Jahresgewinn blieb unverändert bei 5 Mio. Euro.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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