Deckung für Haftpflicht bleibt günstig

Versicherungsmakler Marsh rechnet mit neuen Anbietern

Von Patrick Hagen, Frankfurt Deutsche Industrieunternehmen können weiterhin mit sehr günstigen Haftpflichtdeckungen rechnen. Dafür sorgt nach Ansicht des Versicherungsmaklers Marsh der Einstieg von neuen Anbietern in den deutschen Markt für Haftpflichtdeckungen für Unternehmen. „Es gibt viel Interesse, und es werden weitere Versicherer kommen“, sagte Georg Bräuchle, Geschäftsführer bei Marsh Deutschland. Das Unternehmen ist der zweitgrößte Makler in Deutschland. Namen von interessierten Gesellschaften wollte Bräuchle nicht nennen. Seit dem vergangenen Jahr sind bereits Mitsui Sumitomo aus Japan, Mapfre aus Spanien und QBE aus Australien in Deutschland aktiv. Vor allem der Markteintritt von Mitsui Sumitomo mache sich bemerkbar, sagte Bräuchle. „Die haben den Markt deutlich aufgemischt.“

Besonders aggressiv agieren Versicherer, die noch keinen großen Marktanteil haben, sagte Bräuchle. Aber auch große Anbieter seien zu niedrigeren Prämien bereit, wenn sie ein Geschäft unbedingt bekommen oder halten wollten. „Wir erwarten, dass der Markt weich bleibt“, sagte Bräuchle. Darunter versteht die Branche niedrige Prämien. Allerdings sei der Preisverfall nicht mehr so drastisch wie in den vergangenen Jahren. Ein deutliches Anziehen der Prämien werde es aber frühestens ab 2010 geben, erwartet Bräuchle. Auch bei den Versicherungsbedingungen sei noch keine Verhärtung des Markts erkennbar, sagte Bräuchle. „Es gelingt eher noch mal, die Bedingungen zugunsten des Kunden zu erweitern.“

Schwierig sei der Markt weiterhin für Pharmaunternehmen. Sie müssten für Spitzenrisiken häufig nach Bermuda oder auf den Dubliner Markt ausweichen. Außerdem seien die Prämien so hoch, dass große Firmen überlegen, ob sie Deckung einkaufen oder mehr Risiken selbst tragen sollen.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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