Verhandlungen von Signal und Aldi scheitern

Discounter bietet nun doch keine Versicherungen an

Von Herbert Fromme, Köln Die Verhandlungen zwischen der Versicherungsgruppe Signal-Iduna und den beiden Discounter-Gruppen Aldi Nord und Aldi Süd über den Vertrieb von Versicherungspolicen in ihren 4000 deutschen Märkten sind offenbar gescheitert. Das geht aus einer Mitteilung des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) hervor, der Stellungnahmen der beiden Aldi-Gruppen zitierte. Signal-Iduna wollte sich nicht äußern.

Der BVK, der den Vertrieb über Discounter-Filialen vehement bekämpft, reklamiert das Scheitern als Erfolg. „Damit waren wir mit unserem Protest erfolgreich“, sagte BVK-Präsident Michael Heinz. Aldi Süd habe dem BVK gegenüber schriftlich erklärt, dass der Verkauf von Versicherungen zurzeit nicht geplant ist, Aldi Nord habe sich telefonisch gleichlautend geäußert, so der Verband.

Die Versicherungsgruppe Signal-Iduna, die zu den zehn größten Privatkundenversicherern gehört, stand nach FTD-Informationen kurz vor einem erfolgreichen Abschluss der Gespräche mit Aldi Nord. Aldi Süd wollte sich dem Geschäft anschließen. Signal-Iduna wollte „abgespeckte Versionen“ von Hausrat-, Privathaftpflicht-, Unfall- und Reisepolicen anbieten.

Auch Verbraucherschützer hatten gegen den Plan protestiert. Sie glaubten, dass die Kunden durch den Versicherungskauf über Discountmärkte entweder über- oder unterversichert werden könnten.

Die Signal-Iduna verkauft vor allem über den eigenen Außendienst. Über die traditionellen Vertriebskanäle Vertreter, Makler und Banken hinaus suchen Versicherer im heftig umkämpften Privatkundenmarkt neue Wege. Dazu gehört das Internet ebenso wie der Handel. Einer der Vorreiter war der Rechtsschutzversicherer Arag, der 2006 in zwei Wochen 2300 Policen über den Discounter Penny absetzte.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

Diskutieren Sie mit