Münchener Rück gründet Tochter in Indien

Lebensversicherer startet im kommenden Jahr

Von Herbert Fromme, Köln D ie Münchener Rück gründet zusammen mit dem indischen Motorradhersteller Hero eine Lebensversicherungsgesellschaft. Die Hero Ergo Life Insurance Company ist mit 34 Mio. Euro kapitalisiert und gehört zu 74 Prozent dem Familienunternehmen Hero. Die Münchener Rück besitzt über ihre Erstversicherungstochter Ergo 26 Prozent, der zur Zeit gesetzlich erlaubte Höchstanteil für ausländische Gesellschaften.

Mit dem Kooperationspartner aus der Fahrzeugindustrie folgt die Münchener Rück dem Konkurrenten Allianz, der seit 2001 mit dem Motorrad- und Autohersteller Bajaj die Bajaj Allianz betreibt. Die Lebensversicherer zielen wie die Fahrzeughersteller auf den wachsenden Mittelstand in dem Land.

Der indische Markt wächst rasch, 2006 legten die Lebensversicherer um 63 Prozent zu, 2007 noch um 47 Prozent. Allerdings hält die staatliche Life Insurance Co. einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent. Für die privaten Gesellschaften ist es nicht einfach, profitabel zu arbeiten: Bei Mitarbeitern und Vertretern herrscht hohe Fluktuation, bei den Vertretern rund 50 Prozent pro Jahr. Um mitzuhalten, müssen die Firmen Gehälter und Provisionen erhöhen. Dazu kommt, das die Aufsicht gerade rigoros gegen bestimmte fondsgebundene Angebote vorgeht.

„Hero kennt die Kundenbasis in Indien sehr gut, das hat Ergo bisher nicht“, sagte Münchener-Rück-Vorstand Nikolaus von Bomhard in einer Telefonkonferenz aus Dehli. „Ergo bringt andere Qualitäten in die Partnerschaft, vor allem das Versicherungs-Knowhow.“ Hero Ergo wolle binnen zehn Jahren zu den fünf größten privaten Lebensversicherern in Indien gehören, sagte Andreas Kleiner, Vorstandsmitglied von Ergo International.

Hero Ergo ist das dritte Gemeinschaftsunternehmen der Münchener Rück im indischen Erstversicherungsmarkt mit Endkunden. Sie ist bereits in der Schaden- und Unfallversicherung sowie im Krankengeschäft aktiv. Von Bomhard betonte, dass es eine klare Trennung zum Rückversicherungsgeschäft gebe, bei der die Münchener Rück mit Erstversicherern als Kunden arbeitet – die im Endverbrauchermarkt Konkurrenten sind.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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