Generali sieht Fusionsplan gelassen

Commerzbank-Großaktionär winkt Kompensation

Von herbert fromme, köln

Die italienische Versicherungsgruppe und Commerzbank-Großaktionärin Generali wird sich aller Voraussicht nach nicht gegen eine Fusion des Geldhauses mit der Dresdner stellen. Die Italiener, die neun Prozent an der Commerzbank halten, sähen die Entwicklung gelassen, heißt es in Unternehmenskreisen. Noch sei keineswegs sicher, dass Commerzbank und Dresdner sich tatsächlich wie geplant zusammenschließen.

Doch auch wenn es zu einer Fusion kommt und die deutsche Generali-Tochter AMB ihre Kooperation mit der Commerzbank verlieren könnte, droht kein Aufstand der Italiener: Generali und die Dresdner-Bank-Muttergesellschaft Allianz sind zwar Konkurrenten, aber doch seit Jahren in wichtigen Fragen eher freundschaftlich verbunden. So ermöglichte erst die Allianz der Generali den Einstieg bei der damaligen Aachen-Münchener, aus der die AMB Generali hervorging. Auch ist die Allianz seit Jahren bemüht, einen Einstieg des französischen Erzkonkurrenten Axa bei der Generali zu verhindern.

Allerdings dürften der Konzern im Falle des Verlustes der Vertriebskooperation mit der Commerzbank auf Ausgleich bestehen – möglicherweise in Osteuropa, wo sowohl Allianz als auch Generali sehr aktiv sind. Außerdem würden die Italiener vermutlich ihre Anteile verkaufen wollen. In Versicherungskreisen heißt es, ein Gesamtpaket aus Aktien und Rechten aus der Vertriebskooperation könne deutlich mehr als 1 Mrd. Euro wert sein.

Derzeit erwirtschaftet der Generali-Konzern 5,6 Prozent seines Neugeschäfts in der Lebensversicherung durch die Commerzbank, die Policen der Generali-Tochter Volksfürsorge verkauft. Generali-Vorstand Sergio Balbinot sitzt zudem im Aufsichtsrat der Commerzbank, der an diesem Wochenende tagen wird, um über den Zusammenschluss mit der Dresdner Bank zu entscheiden.

Der Kooperationsvertrag war 1997 geschlossen und im Jahr 2000 über zehn Jahre bis September 2010 verlängert worden. Es gibt sogar bereits eine Absichtserklärung beider Seiten, bis 2015 zusammenzuarbeiten. Sofern sich Bank oder Versicherer nicht daran halten, wird eine Strafgebühr im hohen zweistelligen Millionenbereich fällig.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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