Versicherer fürchten um ihre Rendite

Die deutschen Lebensversicherer beobachten die Finanzkrise mit immer größerer Sorge. Vor allem der Verfall der Aktienmärkte dürfte sich negativ auswirken. Erstens trifft er die Fonds und damit fondsgebundene Policen – hier trägt der Kunde das Risiko. Zweitens haben die Lebensversicherer von den 700 Mrd. Euro Kapitalanlagen der selbst verwalteten Bestände rund zehn Prozent in Aktien angelegt. Hier muss die Branche mit einem erheblichen Abschreibungsbedarf rechnen, der von Experten auf heute rund drei Prozent des Gesamtportfolios geschätzt wird. Da wird es schwer, 2008 die Nettorendite von 4,73 Prozent zu wiederholen, die Lebensversicherer im Durchschnitt 2007 erzielt haben. Das dürfte sich schon 2008 negativ auf die Zahlen der Versicherer und 2009 auf die Überschussbeteiligung für die Kunden auswirken. Einige Unternehmen müssen auch direkt mit Belastungen aus der Pleite von Lehman Brothers rechnen.

Weniger Sorgen macht sich die Branche um die Zinsentwicklung, die zu vorübergehendem Abschreibungsbedarf auf festverzinsliche Papiere führt. Hier bilden viele Versicherer stille Lasten, weisen die Verluste also nicht aus. Allerdings müssen sie Ende 2008 erstmals offenlegen, wie sie die Kunden beteiligen und welche stillen Reserven sie haben. Bei den meisten dürfte die Botschaft wohl lauten: Sie haben keine. Herbert Fromme

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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