Unmut über Luxusreise für AIG-Manager

Wenige Tage nach der milliardenschweren staatlichen Rettungsaktion für den US-Versicherungskonzern AIG hat das Unternehmen Managern und Vertriebsleuten einen Aufenthalt in einem kalifornischen Luxusresort spendiert. Der Ermittlungsausschuss des US-Kongresses befasste sich gestern in der Anhörung von Ex-AIG-Managern mit einer Rechnung über 440 000 $ des vornehmen Hotels St. Regis und einem Beratervertrag über 1 Mio. $ monatlich für die Dienste von Ex-Manager Joseph Cassano. Der US-Versicherer wurde am 16. September mit einer Kapitalspritze von 85 Mrd. $ von der US-Regierung gerettet. Die Hotelrechnung war auf den Zeitraum vom 22. bis 30. September datiert. Der Konzern teilte mit, es habe sich um eine Belohnungsreise für Topverkäufer einer Lebensversicherungstochter gehandelt.

Die beiden Ex-Chefs Robert Willumstad und Martin Sullivan mussten heftige Schelte von Abgeordneten einstecken, weil die hohen Verluste im vierten Quartal 2007 und im ersten Quartal 2008 nicht in die Bonusberechnung einbezogen wurden. Sie seien bei der Tochter AIG Financial Products (AIGFP) angefallen, die in der Absicherung von Kreditderivaten tätig war, „dafür konnten die anderen Manager ja nichts“, sagte Sullivan. Der Beratervertrag mit dem AIGFP-Ex-Chef Cassano sei geschlossen worden, um sein Know-how für die Abwicklung zu nutzen. Der Vertrag wurde nun aufgelöst, hieß es. Herbert Fromme

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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