AIG kurz vor Verkauf in der Schweiz

Ermittlungen gegen früheren Manager

Von Herbert Fromme, Köln

Der angeschlagene US-Versicherungsriese American International Group (AIG) steht kurz vor dem Verkauf seiner Privatbank AIG Private Banking in der Schweiz. Nach Angaben der Schweizer Zeitung „Sonntag“ hat die Herrscherfamilie von Dubai die besten Kaufchancen. Weitere Interessenten seien die Banken Raiffeisen und Sarasin.

Schon in trockenen Tüchern hat der Konzern den Verkauf seines Minderheitsanteils von 49 Prozent an der Unibanco Securos in Brasilien. Mehrheitspartner Unibanco zahlt AIG 820 Mio. $ und hält jetzt 100 Prozent. Im Gegenzug kaufte AIG für 15 Mio. $ die 51 Prozent von Unibanco an der AIG Brasil, die kaum Geschäft macht. Versicherer und Bank haben zwölf Jahre gemeinsam in den Joint Ventures gearbeitet und wollen künftig noch bei der Versicherung von Industrierisiken kooperieren.

AIG wird zurzeit von der US-Regierung mit mehr als 150 Mrd. $ gestützt. Das Unternehmen hatte sich bei der Absicherung von Kreditderivaten über mehr als 400 Mrd. $ außerhalb der eigentlichen Versicherungstätigkeit gigantisch verhoben. Jetzt will das neue Management, das auf Druck des Mehrheitseigners US-Regierung ernannt wurde, Teile verkaufen, um die Regierungshilfe zurückzahlen zu können.

US-Staatsanwälte untersuchen mittlerweile die Rolle von Joseph Cassano, der an der Spitze des Bereichs AIG Financial Products stand. Dabei geht es um Cassanos Äußerungen gegenüber Wirtschaftsprüfern und Investoren.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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