AIG trennt sich von philippinischer Tochter

Erneuter Notverkauf soll 1 Mrd. Dollar einbringen

Von Roel Landingin, Manila,

und Friederike Krieger, Köln

Der krisengeschüttelte US-Versicherer American International Group (AIG) trennt sich von seiner Tochter auf den Philippinen. Bereits am vergangenen Mittwoch hat AIG detaillierte Informationen über die Philippine American Life and General Insurance Co. (Philamlife) an potenzielle Käufer verschickt. Die Deutsche Bank verhandelt im Auftrag von AIG mit den Interessenten.

Es ist allerdings noch nicht entschieden, ob Philamlife in einem Stück verkauft werden soll oder AIG die Gruppe zerlegt und an verschiedene Investoren veräußert. Philamlife ist der größte Versicherer auf den Philippinen mit Prämieneinnahmen von 474 Mio. $ (337 Mio. Euro) in 2007. Der Verkauf soll AIG rund 1 Mrd. $ einbringen.

Die Trennung von Philamlife ist Teil einer ganzen Serie von Notverkäufen, durch die AIG einen Teil seiner Schulden zurückzahlen will. Die US-Regierung hatte AIG mit mehr als 150 Mrd. $ vor dem Kollaps gerettet, dazu zählt ein Darlehen der US-Notenbank über 60 Mrd. $. Erst vergangenen Montag hatte der Versicherer seine US-Tochter HSB Group für 742 Mio. $ an die Münchener Rück veräußert.

Für Philamlife interessieren sich eine Reihe philippinischer Unternehmen, die sich mit ausländischen Gruppen zusammengetan haben, um den Kauf meistern zu können. Die philippinische SM Investments Corporation (SM) und ihre Banktochter Banco De Oro Unibank haben mit dem italienischen Versicherer Assicurazioni Generali ein Konsortium gebildet, an dem auch die malaysische Kuok Group indirekt beteiligt ist. „Das Konsortium aus SM, Banco De Oro und Generali prüft derzeit die Bücher von Philamlife“, sagte eine SM-Sprecherin. Zu den weiteren Interessenten zählen der französische Versicherer Axa und die philippinische Metropolitan Bank and Trust Co.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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